TigeR-Treff in der Stadtmitte eröffnet

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Drei Kooperationspartner stehen hinter dem jüngsten Angebot TigeR in der Stadtmitte.  Foto: 

„Gute Kinderbetreuung ist der Schlüssel, um Familien den Rücken zu stärken.“ Dieses Zitat von Manuela Schwesig als Bundesfamilienministerin setzte Anne Mack am Dienstag an den Anfang ihrer Rede. Die Geschäftsführerin des Reutlinger Tagesmüttervereins hat damit natürlich das „Eigengewächs“ der „(Kinder)Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“ – kurz TigeR – im Blick gehabt bei der Eröffnung der mittlerweile siebten Kinderbetreuungseinrichtung des Tagesmüttervereins im Stadtgebiet.

Das Besondere am „TigeR-Treff“ ist aber nicht einmal die Nähe zur Stadtmitte, im Gebäude des „Treffpunkts für Ältere“ der BruderhausDiakonie. Das Besondere an diesem TigeR ist, dass drei Kooperationspartner hinter dieser Einrichtung stehen: Zum einen die Bruderhaus-Diakonie selbst, dazu kommen die Kreissparkasse und das Reutlinger Unternehmen Reiff. Beide befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtmitte-TigeR und beide zeigen sich extrem froh, dass für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun diese Betreuungsmöglichkeiten für den ganz kleinen Nachwuchs installiert wurden. Jeweils drei Plätze sind für die drei Unternehmen reserviert – sollten nicht alle in Anspruch genommen werden, könnten Mitarbeiter der Stadtverwaltung zum Zuge kommen, wie Carmen Bäuerle von der Bruderhaus-Diakonie erläuterte.

„Wir alle sollten Kinder in das Zentrum unseres Tuns stellen“, sagte Holger Karle als Personalchef der Reutlinger Kreissparkasse. „Wir dürfen nicht nur nach Mitarbeitern schauen und nach Zahlen, sondern zuerst nach den Kindern.“ Auch Karle selbst müsse da noch einiges dazulernen, wie er selbst betonte. Hubert Reiff zeigte sich als Geschäftsführer der gleichnamigen Reutlinger Firma ebenfalls hoch erfreut über die Kita-Plätze für den Nachwuchs zwischen 0 und drei Jahren: Die offizielle Eröffnung des TigeRs sei „ein wunderbarer Moment“. Reiffs Unternehmen beteilige sich allerdings nicht ganz uneigennützig an diesem Projekt: „Für uns steckt eine enorme Werbebotschaft dahinter“, so Reiff. Und zwar gerichtet an interessierte Bewerber, die sich Arbeitsplatz in dem Unternehmen vorstellen könnten. „Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg ist abgeschöpft“, Kinderbetreuungsplätze seien für Jobsuchende ein womöglich entscheidendes Kriterium.

Lothar Bauer, Vorstandsvorsitzender der Bruderhaus-Diakonie, lobte den Träger der TigeR, den Tagesmütter-Verein: „Das ist eine tolle Organisation.“ Und diese Organisation betreue mittlerweile insgesamt fast 1300 Kinder mit all den Tagesmüttern und Tagesvätern, die sich für die Tätigkeit qualifizieren müssen. Allein in den 30 TigeR-Einrichtungen werden 600 Kinder betreut – und das höchst flexibel, wie Anne Mack betonte. In dem TigeR-Treff in der Gustav-Werner-Straße etwa bieten die drei Tagesmütter Daniela Weimar, Marion Timm und Elisabeth Degler an fünf Tagen in der Woche jeweils zwischen 7 und 17 Uhr sehr flexible Betreuungszeiten an, wie Mack ausführte. Mehr als neun Kinder dürfen nie gleichzeitig anwesend sein, aber für zwölf könne eine Anmeldung vorliegen.

Im vorigen Herbst hat der TigeR-Treff bereits den Betrieb aufgenommen, allerdings hatte es zuvor einige Zeit gebraucht, „bis alles in trockenen Tüchern war“, so Mack. Laut Lothar Bauer gab es ein ganzes Jahr Verzögerung, weil der Brandschutz und baurechtliche Vorgaben nicht so einfach erfüllt werden konnten. „Gut, dass jetzt alles gelungen ist“, so Lothar Bauer.

Und Joachim Haas hatte als Reutlingens Sozialamtsleiter betont: „Es ist immer noch was Besonderes, dass Unternehmen nicht nur von Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen, sondern tatsächlich etwas dafür tun.“ Immerhin sei der neue TigeR ein „maßgeblicher Standortfaktor“ für die Unternehmen. Lob für den Tagesmütter-Verein kam auch von Gerlinde Kohl, der Leiterin Jugendhilfeplanung beim Kreisjugendamt: „Der Reutlinger Verein ist mit seinem Konzept der TigeR im ganzen Land bekannt.“ Und Kohl wurde auch noch prosaisch: „Der Tagesmütter-Verein hat sozusagen den TigeR für die Kinder gezähmt.“

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