Symbolhafter Hightech-Bau

"Es ist das größte Bauprojekt in der 164-jährigen Firmengeschichte", sagte Christian O. Erbe am gestrigen Freitag kurz vor der Feierstunde zur offiziellen Eröffnung des Neubaus am Tübinger Standort.

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Christian O. Erbe (links) und Reiner Thede präsentierten als Gesellschafter und Geschäftsführer gestern stolz den neuen Erweiterungsbau der Erbe Medizintechnik GmbH in Tübingens Waldhörnlestraße.  Foto: 

"Wir sind kein hidden champion mehr", machte Christian O. Erbe gestern kurz vor der Präsentation des Neubaus am Standort in der Waldhörnlestraße deutlich.

Was der geschäftsführende Gesellschafter des Tübinger Familienunternehmens damit ausdrücken wollte? Mit knapp 900 Mitarbeitern (davon 600 in Deutschland) erzielte die Elektromedizin-Firma 2014 einen weltweiten Umsatz von 187 Millionen Euro, was einem Plus von 4,4 Prozent entspreche. Im Vergleich zu den amerikanischen Hauptkonkurrenten - der Weltmarktführer macht einen Umsatz von 28,5 Milliarden Euro - sei Erbe zwar relativ klein, doch nach den Worten des Geschäftsführers mittlerweile deutlich aus dem Schatten des Verborgenen herausgetreten.

Aber: Der Konkurrenzdruck sei enorm, "die Innovationszyklen werden immer kürzer", so Erbe. Trotzdem stehe die Erbe-Gruppe mit insgesamt 13 Tochterunternehmen in der ganzen Welt gut da, "ich glaube, dass wir auch künftig durch Innovationen wettbewerbsfähig sein werden". Wichtig sei zudem der Bereich der Dienstleistung, betonte Erbe. Um sowohl die Mitarbeiter wie auch die Kundschaft im Umgang mit den eigenen Produkten zu schulen, habe die "Erbe-Academy" mit ihren sechs Mitarbeitern im vergangenen Jahr 180 Seminare mit mehr als 3600 Teilnehmern abgehalten - darunter Ärzte, Fachhändler und OP-Personal.

Auch aus diesem Grund wurde nun kräftig in den Gebäudebestand investiert, insgesamt sind 6300 Quadratmeter neuer Gebäudeflächen geschaffen worden, um in einer Art "kleinem Kongresszentrum" mit Platz für etwa 300 Personen noch bessere Schulungen anbieten zu können. Gleichzeitig sei laut Christian O. Erbe aber auch der Fachkräftemangel ein Grund für die energetische Sanierung des Gebäudebestands sowie der Neugestaltung der Fassade gewesen. 8,3 Millionen Euro wurden dafür investiert. Hinzu kam ein neues Firmenrestaurant anstatt der bisherigen Kantine. Der Grund: "Wir wollen noch attraktiver werden", so Erbe.

Insgesamt nimmt die Erbe Elektromedizin GmbH über 38 Millionen Euro in Tübingen und Rangendingen in die Hand, um für die künftigen Herausforderungen gerüstet zu sein. Umgesetzt wurden und werden die Baumaßnahmen von Maren Dannien aus einem Tübinger Büro. "Das Gebäude ist ein Musterbeispiel für die Nutzung regenerativer Energiequellen", sagte die Architektin. Dabei soll die neue Fassade als Symbol für das gesamte Unternehmen stehen - was laut Dannien die Glas- und Aluminiumbänder an dem Gebäude bewirken.

In dem neuen "repräsentativen und großen Servicebau", der innerhalb von 26 Monaten erstellt wurde, sei "ein riesiger Nutzungsmix zu finden", so die Architektin. In Rangendingen werde laut Reiner Thede als Mit-Geschäftsführer und Schwager von Christian Erbe ebenfalls gebaut und saniert, "um neue Arbeitsplätze zu schaffen". Denn: Wachsen will das Unternehmen auch 2015 weiter. Das Ziel, so Erbe, von sechs Prozent Umsatzsteigerung sei "zwar sportlich, aber machbar".

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