Stets am Puls der Zeit

Morgen öffnet die Ausstellung "Bosch und Reutlingen. 50 Jahre Automobilelektronik und Arbeitswelten" ihre Pforten - eine sehenswerte Schau über die Geschichte von Reutlingens größtem Arbeitgeber.

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  • Marisse Hausser erläutert Bosch-Bereichsvorstand Markus Schmidt und Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele (von rechts) den Aufbau der Ausstellung. Im Vordergrund ist eine Zählwaage mit Normkiste zu sehen. Fotos: Ralph Bausinger 1/2
    Marisse Hausser erläutert Bosch-Bereichsvorstand Markus Schmidt und Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele (von rechts) den Aufbau der Ausstellung. Im Vordergrund ist eine Zählwaage mit Normkiste zu sehen. Fotos: Ralph Bausinger
  • Das erste E-Bike mit Bosch-Antriebseinheit. 2/2
    Das erste E-Bike mit Bosch-Antriebseinheit.
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Es sei ein "Glücksfall" für die Stadt, aber auch für die Mitarbeiter der Ulrich Gminder AG gewesen. Am 1. April 1964 übernahm die Robert Bosch GmbH das 16 Hektar große Areal und die Werkshallen des Textilbetriebs. Diese Entwicklung war laut Ausstellungsflyer ein "wichtiger Beitrag, um den Strukturwandel vor Ort von der Textil- und Maschinenbauindustrie hin zu modernen Hightech- und Dienstleistungsunternehmen zu gestalten".

Doch die Kooperation zwischen Bosch und der Achalmstadt reicht weiter zurück - bereits im Zweiten Weltkrieg produzierte das Unternehmen vor Ort - unter anderem Magnetzünder, wie Heimatmuseumsleiterin Dr. Martina Schröder erläuterte, die gemeinsam mit Marisse Hausser die Ausstellung erarbeitet hat. Wichtige Passagen aus den Gesprächen mit ehemaligen Gminder- und Bosch-Mitarbeitern sind als Kurzzitate Teil der Werkschau.

Die Ausstellung selbst ist in vier Zeitabschnitte untergliedert: Auf die Anfangsjahre (1964 bis 1967) folgt "Die Zukunft fährt mit Elektronik" (1967 bis 1973). Die Jahre 1974 bis 1989 stehen unter dem Motto "Sicher, sauber und sparsam", während der vierte Zeitabschnitt unter der Idee "Neue Entwicklungen für eine moderne Welt" (1990 bis 2014) steht. Sie macht nachvollziehbar, wie der Bosch-Standort Reutlingen "stets am Puls der Zeit" war und damit wichtige Meilensteine zur Mobilität lieferte. Hier sei nur an das Stabilisierungsprogramm ESP oder das Antiblockiersystem erinnert.

Neben neuen Produkten legt die Schau großen Wert auf die Arbeitswelten und Unternehmenskultur, informiert beispielsweise über Arbeitskämpfe, den hohen Stellenwert der Ausbildung oder die Rolle der Berufsfeuerwehr. Und auch gemeinsame Mitarbeiteraktivitäten wurden vom Unternehmen gefördert: Neben Kegelabenden und Fußballspielen gab es auch eine Fischereigruppe. 1966 wurde sogar eine eigene Werksbücherei eingerichtet. Welche Werke damals zu den Topsellern gehörten, darüber informiert die Ausstellung nicht. Immerhin ist zu erfahren, dass das Buch "Liebe oder Sozialismus" niemals ausgeliehen wurde.

"Mit der Ausstellung können wir 50 Jahre Bosch in Reutlingen der Öffentlichkeit zugänglich machen", freute sich Markus Schmidt, Mitglied im Bereichsvorstand Automobilelektronik der Robert Bosch GmbH, der auch die "intensive, aber gute Zusammenarbeit" mit dem Heimatmuseum lobte. Mehrere vom Unternehmen bereitgestellte i-Pads geben den Besuchern die Möglichkeit, das Thema anhand von Fotos oder Videos zu vertiefen.

Bosch und Reutlingen - Begleitprogramm zur Ausstellung
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