Stau beim Austausch von Heizkesseln

Baden-Württemberg ist Schlusslicht beim Austausch alter Heizkessel. Ursache ist laut SHK-Innung die Verunsicherung durch das E-Wärme-Gesetz.

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Keineswegs ein Musterland ist Baden-Württemberg beim Austausch alter Heizkessel. Dort bildet das Ländle bundesweit das Schlusslicht, beklagte der Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klima Reutlingen, Joachim Stenzel, vor kurzem bei der Mitgliederversammlung. Grund ist die große Verunsicherung über das baden-württembergische E-Wärme-Gesetz. Statt alte Heizkessel auszutauschen werden sie repariert, um die Lebensdauer zu verlängern.

Die Branche profitiert ansonsten sowohl von der guten Baukonjunktur als auch von dem generellen Trend zur energetischen Sanierung. Sie ist deshalb mit der Nachfrage und der Entwicklung insgesamt zufrieden. Die Innung beklagt, wie viele andere auch, einen Mangel an Fachkräften. Allerdings zeichnet sich eine leichte Besserung ab. Die Ausbildungszahlen steigen trotz der gegenläufigen demografischen Entwicklung an. Auch die Ergebnisse bei der Prüfung sind besser als in der Vergangenheit. Den Grund hierfür sehen die Betriebe in einem besseren Image, das vermehrt Jugendliche in die Branche lockt. Tatsächlich haben Fachkräfte beste Perspektiven. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik werden dringend benötigt.

Bei der Mitgliederversammlung wurde sehr intensiv um die Gestaltung der schulischen Ausbildung diskutiert. Die Beschulung der jungen Anlagenmechaniker findet in der Gewerblichen Schule in Tübingen statt. Dort gibt es die Möglichkeit, vor der Ausbildung eine einjährige Berufsfachschule zu besuchen. Ebenso gibt es aber auch die Möglichkeit einer dreieinhalbjährigen dualen Ausbildung. Beide Varianten sollen erhalten werden.

Die Betriebe fordern eindringlich eine Senkung der Lohnnebenkosten und einen Ausgleich für die kalte Progression. Hauptprofiteur von Lohnsteigerungen ist nach aktuellen Untersuchungen der Staat. Bei einem Lohnplus von 2,7 Prozent für die Mitarbeiter fallen höhere Steuern von 4,4 Prozent an. Das Lohnplus aufgrund des neuen Tarifabschlusses vom Mai diesen Jahres landet somit weitestgehend beim Staat und den Sozialkassen.

Stenzel beklagte weiterhin die Sozialversicherungspflicht für betriebliche Altersvorsorge. Mitarbeiter werden immer wieder aufgefordert, Eigenvorsorge zu betreiben, um eine Altersarmut zu verhindern. Tatsächlich sind aber die Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung sozialversicherungspflichtig.

Wenig Veränderungen gab es bei den Neuwahlen des Innungsvorstandes. Obermeister bleibt der Reutlinger Joachim Stenzel. Seine drei Stellvertreter sind: Frank Großberger (Wannweil), Stefan Madle (Eningen) sowie Rolf Schäfer (Eningen). Zum Vorstand gehören wie bisher Thomas Bahlo (Pfullingen), Uwe Engelke (Metzingen), Stefan Künstle (Reutlingen), Paul Schmid (Zwiefalten), Diana Seiz-Haug (Reutlingen) und Achim Ulmer (Wannweil). Neu in den Vorstand wurde Thomas Frank (Reutlingen) gewählt. Er folgt Jürgen Tjaden (Pliezhausen), der aus betrieblichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Die Kasse der Innung wird wie bisher von Heidemarie Kuder (Oferdingen) und Paul Müller (Dettingen) geprüft.

Der Geschäftsführer der Reutlinger Kreishandwerkerschaft, Ewald Heinzelmann, informierte die Betriebe über aktuelle Entwicklungen und Vorgaben wie zum Beispiel das neue Verbraucherrecht oder die Möglichkeit der Beschäftigung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Er appellierte an die Betriebe, die Angebote – insbesondere für Praktika – für diesen Personenkreis anzunehmen.

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