Starke Stimmen und ein Guitar Hero 13. Jazzfrühling: Die Mitte präsentiert von 10. bis 27. April fünf Konzerte in drei Locations

In diesem Jahr geht der Jazzclub Mitte in die Vollen: Vom 10. bis 27. April steigt der Jazzfrühling - zwar ohne Motto, dafür mit feinster Gitarrenkunst. Höhepunkt ist Al Di Meolas Konzert in der Stadthalle.

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    Clemens Wittel, Werner Ströbele und KSK-Abteilungsleiter Kommunikation Andreas Lehmann (von links) stellten das Jazzfrühling-Programm vor. Foto: Jürgen Spiess
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    Italo-amerikanischer Superstar: Der Gitarrist Al Di Meola gastiert beim Jazzfrühling in der Stadthalle. Foto: Archiv
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Fünf Konzerte in drei Locations, darunter der Auftritt eines echten US-Stars in der mit solchen Kalibern noch nicht so vertrauten Stadthalle: Die 13. Ausgabe des Jazzfrühlings stellt hohe Anforderungen an die Organisatoren.

Nicht nur, dass die Gage von Al Di Meola mehr als zwei Drittel des gesamten Etats von rund 30 000 Euro verschlingt, der Stargitarrist hat auch sonst hohe Ansprüche. Unter anderem möchte er in einem Fünf-Sterne-Hotel untergebracht und "von einem neuen Mercedes vom Flughafen abgeholt werden", berichtet Mitte-Vorstand Clemens Wittel bei der Programmvorstellung. Zudem funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Veranstaltern Jazzclub und franz.K sowie dem Stadthallen-Management noch nicht wie am Schnürchen. Denn bis heute konnte noch nicht geklärt werden, wie viel Nebenkosten auf die beiden Veranstalter zukommen: "Ich bemühe mich seit vier Monaten um einen Vertrag mit der Stadthalle", berichtet franz.K-Geschäftsführer Andreas Roth, "doch bis jetzt ist nichts passiert". Zwar wird die Grundmiete für den großen Saal erlassen und auch mit dem Vorverkauf - 500 Karten sind bis jetzt für das Di-Meola-Konzert verkauft - sind die Veranstalter zufrieden, doch bei den Nebenkosten hätten Wittel und Roth gerne mehr Planungssicherheit.

Nachdem der Jazzfrühling wegen der Ausrichtung des Landesjazzfestivals 2012 pausiert hat, stehen heuer fünf Konzerte auf dem Programm: zwei davon im Jazzkeller, zwei im franz.K und eines in der neuen Stadthalle. Selbstverständlich ist das Konzert des am 27. April erstmals in der Region gastierenden Al Di Meola mit seinem World Sinfonia Quartet das musikalische Top-Ereignis des Festivals. Der Italo-Amerikaner gehört seit fast 40 Jahren zu den bekanntesten Jazzgitarristen überhaupt. Mit Chick Coreas legendärer Erfolgsgruppe Return To Forever wechselte er 1974 vom Rock- ins Jazzfach, nachdem er in Boston ein Studium absolviert hatte. Vor allem Traditionalisten hegten lange Vorurteile gegen den Mann. Für ihren Geschmack spielte der 58-jährige Gitarrist einfach zu viele Noten. Was Geschwindigkeit angeht, kann Di Meola in der Tat jeden überholen - und das mit einer Akkuratesse, die nicht nur verblüfft, sondern auch hochmusikalisch ist. Für den Auftakt sorgen am 10. April der Shooting-Star der deutschen Jazzszene, Nils Wogram, und sein Nostalgia Trio. Der Posaunist, Jahrgang 1972, hat Preise bei "Jugend musiziert" und den SWR-Jazzpreis 1998 gewonnen, spielte bei der Kölner Band Underkarl, in Peter Herbolzheimers Bundesjazzorchester, der Party-Band Jazzkantine und lebt heute nach den Stationen Köln, Berlin und New York in Zürich. Das erinnert ein wenig an die steile Karriere von Trompeter Till Brönner. Der lebte und studierte ebenfalls in New York und schaffte danach den großen Durchbruch. Auch die am 13. April im franz.K gastierende Jazzsängerin Caroline Henderson hat ihr Heimatland Schweden 1983 verlassen und ihre Zelte in Dänemark aufgeschlagen, wo sie für ihr Album "Love or Nothin" bereits einen Grammy gewann. Der 51-Jährigen gelingt scheinbar spielend der Spagat über die Genregrenzen hinweg.

Ähnliches gilt für die singende Jasmin Tabatabai, die mit dem David Klein Quartett in den Jazzclub "Mitte" kommt. Die zurzeit schwangere Schauspielerin fühlt sich ebenfalls nicht allein dem Jazz, sondern dem Pop verpflichtet. Mit dem Film "Bandits" schaffte die in Teheran geborene Deutsch-Iranerin 1997 ihren Kino-Durchbruch, sie gibt aber auch als Jazz- und Popsängerin eine gute Figur ab. Eine weitere Vokalistin, Shaunette Hildabrand, komplettiert das Jazzfrühling-Programm am 20. April. Die in Europa lebende US-Amerikanerin hat sich dem traditionellen Jazz verschrieben, mit Songs von Billie Holiday und anderen großen Jazzsängerinnen der Swing-Ära.

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