Stadt swingt koreanisch

Tobias Festl beteiligt sich am bundesweit erstmals ausgetragenen Jazz-Korea-Festival: Vom 1. bis 7. Dezember sind fünf Konzerte geplant, die Hälfte der Einnahmen geht an die Philippinenhilfe.

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    Sängerin Maria Kim kommt am Mittwoch, 4. Dezember.
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    Saxofonist Kim Jeeseok ist am 5. Dezember Gast in Reutlingen.
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    Hat fünf Konzerte des Jazz-Korea-Festivals nach Reutlingen in die "World of Basses" geholt: Tobias Festl. Foto: Spieß
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Jazz aus Südkorea? Das passt in keine der bekannten Schubladen. Denn eigentlich ist der südliche Teil der ostasiatischen Halbinsel mehr für seine bedeutende Volkswirtschaft, seine günstigen Kleinwagen und Mobiltelefone bekannt.

Dass es dort eine florierende Jazzszene mit zahlreichen jungen Musikfans und einer großen medialen Präsenz gibt, weiß hierzulande fast niemand. Besonders die 20-Millionen-Stadt Seoul gilt als aufblühende Jazzmetropole mit mehr als 40 Jazzclubs, jungen, aufstrebenden Jazzmusikern und einem Jazzfestival, das mit seinen gut 150 000 Besuchern als eines der größten der Welt gilt: "Jazz ist dort gerade unter jungen Leuten unglaublich angesagt, ja geradezu cool", berichtet Tobias Festl, der mit dem Münchner Bassisten Martin Zenker bereits zwei Mal in Seoul war.

Zenker war es auch, der das JazzKorea-Festival gemeinsam mit der Kulturabteilung der koreanischen Botschaft in Berlin und dem Musikjournalisten Nabil Atassi ins Leben rief. Er kennt sich hervorragend aus in der südkoreanischen Jazzszene, da er vier Jahre in Seoul lebte und an der dortigen Kyung Hee University Jazzbass und Jazzgeschichte lehrte. Seit einem Jahr wieder zurück in Hamburg, entwickelte er mit Atassi das Konzept, in Deutschland ein Jazzfestival mit koreanischen Musikern auszurichten. So werden vom 28. November bis 8. Dezember insgesamt 30 Konzerte - präsentiert von neun koreanischen Bands - in neun deutschen Städten stattfinden.

Neben Berlin, Frankfurt, München und fünf weiteren Orten beteiligt sich auch Reutlingen mit fünf Konzerten an dem Festival. Möglich macht dies ein ausgeklügelter Spielplan, der die mit koreanischen und internationalen Musikern besetzten Bands auch in Tobias Festls "World of Basses" führt. Stilistisch decken die fünf Gruppen die Bandbreite des Modernjazz ab, vom Post-Bebop bis zum Avantgarde-Gitarrenquartett, vom Vocal- bis zum Pianojazz.

Den Anfang macht am Sonntag, 1. Dezember, das Supersax Septet Korea, das eigens für dieses Festival gegründet wurde. Neben den vier bekanntesten koreanischen Saxofonisten spielt der schottische Pianist Paul Kirby, der Dießener Bariton-Saxofonist Michael Lutzeier und der künstlerische Leiter des Korea-Festivals, Martin Zenker (Kontrabass), mit. Zudem werden Ausschnitte des Konzerts von Filmemacher Jang Yohan für das koreanische Fernsehen aufgezeichnet.

Weiter geht es am Mittwoch, 4. Dezember, mit der jungen Sängerin Maria Kim, die im Duo mit der Pianistin Oh Eunhye auftritt. Kim hat einige Zeit in den USA und Australien gelebt und ist inzwischen wieder in ihre Heimatstadt Seoul zurückgekehrt.

Mit der Pianistin Gee Hye Lee kommt tags darauf, am Donnerstag, 5. Dezember, eine Musikerin, die zwar in Südkorea aufgewachsen ist, aber nach dem Studium an der Stuttgarter Musikhochschule dem Ländle treu blieb. Neben der klassisch geschulten Pianistin und Landes-Jazzpreisträgerin 2012 gastieren die beiden Stuttgarter Markus Bodenseh (Bass) und Torsten Krill (Drums) sowie der koreanische Saxofonist Kim Jeeseok bei Tobias Festl. Am Freitag, 6. Dezember, gibt die junge Altsaxofonistin Jin Pureum mit ihrem Quartet ihre Deutschland-Premiere.

Die von John Coltrane beeinflusste Koreanerin hat bei Martin Zenker studiert und wurde unlängst mit dem renommierten "Rising Star Award" der koreanischen Zeitschrift "Jazz people" ausgezeichnet. Als Reutlinger Abschlusskonzert kommt am Samstag, 7. Dezember, mit dem Tenorsaxofonisten Im Dalkyun ein Musiker nach Reutlingen, den in der spannenden Jazzszene Seouls jeder kennt. Er tritt in seiner Heimat regelmäßig in Fernsehshows auf und ist Stammspieler beim Jarasum Jazz Festival. Alle Konzerte außer dem Eröffnungskonzert (19 Uhr) starten um 20.30 Uhr.

Finanziert wird das Festival teilweise vom Koreanischen Kulturzentrum Berlin (Reisekosten, Gagen für die koreanischen Musiker) und teilweise von den Veranstaltern (Hotelkosten, Verpflegung, Gagen der deutschen Musiker). Tobias Festl spendet 50 Prozent der Eintrittsgelder an die Philippinenhilfe der Organisation "Ärzte ohne Grenzen".

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