Stadt hat dem Künstler viel zu verdanken

Eine beeindruckende Werkschau war es, die Hans-Joachim Sonntag jetzt mit Waltraud Pustal im vollbesetzten Mühlenmuseum präsentierte.

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"Er war nicht einfach nur im Vorstand des Pfullinger Geschichtsverein, sondern auch viele Jahre sehr aktiv", sagt Prof. Waltraud Pustal vom Vorstand des Geschichtsvereins über den im März ausgeschiedenen 78-jährigen aus dem Vorstand. Interessante "Pfullinger Arbeiten" mit Reinzeichnungen auf Papier oder auf (Gedenk-)Münzen verewigt, alle aus der Feder von Sonntag stammend, waren zuhauf zu sehen. Viel hat dem Künstler auch die Stadt selbst zu verdanken. In seinen handwerklichen Arbeiten stecke durchaus eine Menge Zeit für Recherche. Immer noch bekommt er leuchtende Augen, wenn er über die "Entstehungsgeschichte" zu Stichen, Sondermarken, Stempeln oder Münzen nebst Wappen sinniert.

"Wir sind 1964 nach Pfullingen gekommen, haben hier Wurzeln geschlagen und sind begeisterte Pfullinger geworden", sagt Sonntag. Sein ehrenamtliches Engagement ist nach dem Verkauf seiner Firmen vorbildlich. "Ein Gemeinwesen ohne Ehrenämter würde nicht funktionieren", ist er überzeugt. Und so tat er das, was er am besten kann: Zeichnen und für andere Menschen da sein. Schon als Bub mit 14 Jahren, wirkte er an der Seite seines Vaters, ein gelernter Schriftenmaler. Tusche, Kohle, Bleistift und der Umgang damit waren Sonntag schon früh vertraut. Sonntag gab nicht nur dem Geschichtsverein, in den er 2000 eintrat, mit einem Logo ein Gesicht, wie Pustal betont, sondern auch der Stadt selbst. Der von ihm neu aufgelegte "Pfullinger Pfulben" ist Stadtwappen geworden. Aus der Oberamtsbeschreibung hat er diesen "wieder ausgegraben". Erst gab es in nur in Schwarz-Weiß, später hat er dem Pfulben mit den goldenen Quasten auch (historische) Farben verpasst.

Ein "Doppelportrait" wollte Sonntag unbedingt mit Architekt Theodor Fischer und Mäzen Louis Laiblin erschaffen. Laiblin stiftete die von Fischer erbauten Pfullinger Hallen einst als "Ton- und Turnhalle". Bei der Erschaffung dieser Medaille "hatten die Pfullinger jedoch nicht gerade zugeschlagen", bedauert Sonntag. Aufgelegt wurde von ihm auch ein Sonderstempel "100 Jahre Pfullinger Hallen".

Sonntag zeigte den Besuchern sogleich sein nächstes Werk: Die Jubiläumsmünze der Pfullinger Feuerwehr. "Einst mit fünf D-Mark und Pleitegeier bedruckt, gibt es sie heute für 25 Euro", schmunzelt er. "Die Inflation lässt grüßen." Auf Wunsch von Altbürgermeister Rudolf Heß hat Sonntag die vier Rathäuser schon mal in Reih' und Glied, alle nebeneinander auf dem Marktplatz stehend, für eine Postkarte skizziert. Auch ein Ei sollte er schließlich mit dem Pfullinger Wappen bemalen. "Das war gar nicht so lustig", erinnert sich Sonntag lachend. "Jetzt mit 78 Jahren fehlt es einfach an der Feinmotorik", bedauert der Mann, der zuhause ein riesiges Archiv seiner vielen "Werkstücke" verwaltet. Nicht alle kamen zum Einsatz, aber viele. Das Malen und Schreiben hat er jetzt schweren Herzens an den Nagel gehängt. Das Geschaffene wird den Pfullingern bleiben.

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