Spaß und Party waren angesagt

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Großer Besucherandrang beim 11. KuRT-Festival, das dieses Jahr direkt im Bürgerpark zwischen Stadthalle und Echazufer über die Bühne ging: Insgesamt 11 500 junge Fans waren es laut Veranstalter am Freitag und Samstag, die Bands wie Egotronic und Panteon Rococo am Freitag sowie Orsons-Mitglied Bartek und Eko Fresh am Samstag feierten. Auch das Wetter spielte an beiden Tagen mit.

Das KuRT-Festival ist als größte Open-air-Sause aus dem Reutlinger Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Das gegenüber den vergangenen Jahren verkleinerte Veranstalterteam stellte trotz weniger Bands und eingeschränkter Platzverhältnisse – bespielt wurde nur eine anstatt zwei Bühnen – wieder ein Festival auf die Beine, das ohne größere Zwischenfälle und Beschwerden, dafür mit viel Feierlaune an den Start ging.

Strengere Einlasskontrollen

Insgesamt zwölf Bands und Solokünstler spielten auf, und wie bestellt zeigte sich auch das Wetter von seiner guten Seite. Während am Freitag der Rock und Latin­ska im Zentrum standen, kamen am Samstag überwiegend junge Hip-Hop-Fans auf ihre Kosten. Trotz der wegen Terrorgefahr strengeren Einlasskontrollen kam es am Eingang zu weniger langen Schlangen und Rangeleien als im vergangenen Jahr.

Am Freitag eröffneten die Bands Junion, Snow White Alice D und die eigens aus Schweden angereisten Neweva das Festival. Zusehends voller wurde es dann bei den Elektropunkrockern Egotronic. Das Berliner Trio gab von Beginn an Vollgas und schleuderte ihren Mix aus Elektro-Punk, minimalistischen Computersounds und polarisierenden Texten in die Menge. Ziemlich aufputschende Töne sind das, die die Grundlage für dieses radikale Punk- und Partyerlebnis lieferten. Die drei Knöpfchendreher und Sänger von Egotronic sind durch ihre Hymne „Raven gegen Deutschland“ bekannt geworden, und genau das schien auch das Motto ihres Auftritts in Reutlingen zu sein: Raven, feiern und mit teilweise fragwürdigen Texten das hiesige Gesellschaftssystem kritisieren. Der Party tat das keinen Abbruch, der Beat hob zu seinem nächsten orgiastischen Gleitflug ab.

Auch die spanischen Texte des Hauptacts Panteon Rococo sind politisch linksgerichtet, aber längst nicht so radikal wie die von Egotronic. Die zwölfköpfige Band aus Mexico City hält es mit einem eigenwilligen Latin-Ska-Mix, den sie mit engagierten Texten garniert: Sie singen von Gewalt und Korruption – dem Alltag in ihrer Heimat. Gerne verfallen Bass, Schlagzeug und die drei Bläser in einen schrägen Mariachi-Rhythmus, der sich sogleich groteske Partner sucht. Mal findet er zusammen mit Salsa- und Ska-Tönen, dann wieder wird er mit einer mexikanischen Ranchera verquirlt. Immer heftiger und höher schlugen am Ende des einstündigen Auftritts die Flammen aus Mariachi, Reggae, Hip-Hop und einem halben Dutzend anderer Latin-Stile.

Am Samstag kam der Hip-Hop zu seinem Recht: Während am Nachmittag und frühen Abend das Hip-Hop-Projekt „Talk“ mit über 30 Rappern und Tänzern sowie Enso Seven, die Battlerapper von den Flowristen und Audio88 & Yassin noch vor übersichtlicher Besucherschar auftraten, gab es bei den Hauptacts Bartek und Eko Fresh kaum ein Durchkommen mehr. Bartek ist bei den Jugendlichen als ein Viertel der Orsons gerade schwer angesagt und zeigte auch als Solorapper, dass er seinen Sprechgesang mit Sarkasmus und Witz unter die Leute zu bringen versteht. Sobald er Hits wie „Schwung in die Kiste“ oder „Apfelschnitzschneider“ anstimmte, verwandelte sich die vordere Hälfte des Bürgerparks bei der Stadthalle in ein Meer aus wogenden Körpern. Doch auch im hinteren Bereich hingen Augen und Ohren der ausschließlich jungen Hip-Hop-Gemeinde an den Lippen ihres Helden.

Alle Hände in die Luft und Durchdrehen bis zum Abwinken hieß auch die Devise des deutsch-türkischen Solorappers Eko Fresh. Der selbst ernannte „Vorzeigetürke des deutschen Rap“ präsentierte sich zum Festival-Abschluss mit rebellischer Attitüde und als aufgeweckter Hip-Hop-Entertainer, der die Stimmung von Stück zu Stück anzuheizen verstand. Fazit: Die Besucher des 11. KuRT-Festivals standen auf Spaß und Party und wurden diesbezüglich nicht nur von Eko Fresh bestens bedient.

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