Soziale Verantwortung gehört dazu

Naturmode: Die Nachfrage nach nachhaltig erzeugter Kleidung ist gestiegen, weiß Gabriele Kolompar, Geschäftsführerin von Engel Naturtextilien.

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Gabriele Kolompar ist Geschäftsführerin von Engel Naturtextilien.

Modern soll Kleidung sein und preiswert. Und selbstverständlich sollen auch Passform und Qualität stimmen. Gabriele Kolompar kennt die Anforderungen, die Kunden heutzutage haben. Sie kennt aber auch die Probleme, die die Textilproduktion der herkömmlichen Art nach sich ziehen. Wie beispielsweise Baumwollfelder, die vor Pestiziden strotzen oder Schafherden, die alles andere als artgerecht gehalten werden. Und auf den folgenden Produktionsstufen sieht es auch nicht besser aus: Beim Färben der Textilien sind beispielsweise meist jede Menge Chemikalien im Spiel, die die Menschen krank machen können. Ganz zu schweigen von den Transporten um die halbe Welt, weil die Kleidung in Fernost zumeist zu Niedrigstlöhnen fabriziert wird. Da stimmt nicht nur die Klimabilanz nicht.

Die Missstände insgesamt sind verheerend. So viel ist spätestens nach dem Vortrag, den Gabriele Kolompar auf Einladung der Grünen hielt, klar. Da wundert es nicht, dass die Nachfrage nach Kleidung, die nachhaltig hergestellt wird, in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Was aber auch mit den Klimaveränderungen und den Naturkatastrophen zu tun hat, wie Gabriele Kolompar erklärt. "In der Bevölkerung ist das Bewusstsein für ökologisch hergestellte Produkte des alltäglichen Bereichs gestiegen", sagt die Geschäftsführerin der Firma Engel Naturtextilien. Die Betriebswirtin ist zudem seit zwölf Jahren im Vorstand des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft (IVN). Dieser Verband berät nicht nur Verbraucher, er ist auch Inhaber verschiedener Qualitätszeichensiegel, die recht strenge Anforderungen stellen: Sie fordern nicht nur die Einhaltung von ökologischen Richtlinien, sondern auch die Beachtung von Menschenrechten, Tierschutz sowie eine faire Entlohnungspolitik. "Zu einer nachhaltigen Textilproduktion gehört auch die soziale Verantwortung."

Auf dem Markt herrscht allerdings derzeit eine Vielfalt an Zertifikaten, die den Kleidungsstücken Ökoqualität oder ähnliches attestieren. Allerdings sei auf diesen Labels "nur sehr schwer zu erkennen, was man mit gutem Gewissen kaufen kann". So bescheinige das Label Ökotex Standard 100 beispielsweise lediglich, dass Bekleidungsstücke keine schädlichen Stoffe enthalten. Ob aber während der Produktion der Kleidung bedenkliche Stoffe eingesetzt und später wieder rausgewaschen wurden, das erfasse dieses Zeichen nicht.

Es hapert aber nicht nur an Transparenz, es gibt auch diverse Labels mit verschiedenen Absichten. Das macht es für die Verbraucher "schwer, beim Einkauf das Richtige einzukaufen". Hier sei eigentlich die Politik gefordert, sagt Gabriele Kolompar. Sie weiß aber leider auch nur allzu gut, dass ihre Branche keine Lobby hat.

Wenn auch die Lage unübersichtlich ist, etwas können die Verbraucher ganz einfach selbst in Sachen Ökologie tun: "Waschen Sie die Kleidung bei niederen Temperaturen", gibt die Referentin mit auf den Weg.

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