Sogar ein Personalausweis war darunter

Feiern auf der Achalm ist toll. Und wer bitte kümmert sich um die Hinterlassenschaften, die oft nicht den Weg wieder nach unten finden? Letzteres gilt immer wieder als Aufreger unter der Bürgerschaft.

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Fast schon frühlingshafte Temperaturen schmeichelten den fleißigen Helfern wie zum Dank, die zur "After-Silvester-Putzete" auf die Achalm stiegen. Obgleich teils heftige Böen die Arbeit letztlich doch zum stürmischen Ereignis machten. Das ordentliche Festhalten der Arbeitsutensilien war empfehlenswert. Organisiert von der Naturschutzreferentin der Reutlinger Sektion, Mirit Heyden, vom Deutschen Alpenverein (DAV), kamen heuer auch Nichtmitglieder zur Putzete, die immer am ersten oder zweiten Samstag nach dem Jahreswechsel stattfindet. Erfahren hatten letztere davon in der Zeitung und sich kurzfristig entschlossen zu helfen, was den DAV-Vorsitzenden Helmut Kober ganz besonders freute, wie er sagte.

Schon über zehn Jahre gibt es die Achalm-Putzete. "So lange, wie es auch die von uns übernommene Patenschaft für den Reutlinger Hausberg gibt", erklärte Kober. "Heute war es ja fast schon Putzen mit Genuss - bei dem Wetter mit dem Ausblick", zeigte er begeistert hinunter auf die Stadt und weit in die Ferne. "Dieses Jahr war's halbwegs okay", stimmte ihm die Naturschutzreferentin zu. Sie allerdings meinte die teils unschönen Hinterlassenschaften der zahlreichen Besucher. So einiges wird ja bekanntlich auf den Scheibengipfel genommen. Zwar weniger (Pfand-)Flaschen wie im Vorjahr seien es insgesamt gewesen, dafür hat Albrecht Ziegler aber ein großes, leeres Bierfass gefunden. Viele Böller, Silvesterraketen, Feuerzeuge, Grillutensilien, Papiere und Taschentücher wurden aufgelesen. "Eben all das, was nicht hierher gehört", wie Kober zusammenfasste. "Einen Personalausweis haben wir auch gefunden", rief einer der Helfer von hinten. Als Jüngster mischte sich auch Valentin (13) unter die 15 Helfer. Vierbeinige Team-Unterstützung gab's von "Fai", dem freundlichen Mischling "mit Migrationshintergrund", wie Frauchen Mirit Heyden lachend verriet. "Fai" stammt aus Ungarn. "Etliche Spaziergänger haben uns heute schon beim Putzen angesprochen und sich dafür bedankt. Es wird jedenfalls wahrgenommen", berichtete Kobers Vize, Berthold Negwer. "Mancher hat sogar spontan mitgeholfen." "Viele Flaschen und Scherben", meldeten zwei Vereinsmitglieder, die müllbeladen vom Scheibengipfel herunterkamen. "Es scheint viele Schweine zu geben, die ihre Flaschen einfach vom Turm herunterfallen lassen", erboste sich eine Frau kopfschüttelnd. "Ist wohl ein neues Hobby geworden?", dachte der Kollege nebendran laut.

Die Achalm-Putzete ist nur eine von zwei großen Aktionen, die Heyden organisiert. Beim "Landschaftspflegetag" wird zwar auch Müll eingesammelt, doch vorwiegend geht es da um das schnell wuchernde Ast- und Grüngut. "Die alten Mauern auf dem Gipfel werden vom wachsenden Efeu befreit, die Sichtfenster wieder freigeschnitten. Auch das Mähen um die Burg herum und das Freischneiden von Wegen zählt zu den ehrenamtlichen Aufgaben. Über Nachwuchsmangel hat der DAV derzeit nicht zu klagen. "Viele junge Menschen weilen unter uns", freut sich Kober. Knapp 10.000 Mitglieder, jung und alt, seien es insgesamt in der Reutlinger Sektion, was fast stolze 1000 neue Mitglieder im Jahr bedeute, wie Kober vorrechnete. Mit rund einer Million Mitgliedern ist der DAV der größte seiner Art in Deutschland.

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