SO GESEHEN · SCHNURBÄUME: Mindere Qualität

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Die Stadt ist mit der Qualität der Schnurbäume nicht zufrieden. Foto: cza

Wenn die Außenanlage - der von der Stadt so getaufte Bürgerpark - um die Stadthalle herum irgendwann komplett fertig gestellt sein wird, stehen da 130 Japanische Schnurbäume. Als einzige Gehölzart auf weiter Flur. Klaus Kessler aus der damaligen Stadthallen-Projektgruppe und Urs Müller-Meßner vom Stuttgarter Büro Kienle-Plan hatten die Bäume zuvor in der im niedersächsischen Bad Zwischenahn ansässigen Baumschule Bruns höchstpersönlich ausgesucht und reservieren lassen.

Schon die ersten rund 40 Bäume hatte die Stadt auf eigene Rechnung geliefert und von der aus Villingen-Schwenningen stammenden Firma Willi Meyer bis Mitte Dezember 2012 pflanzen lassen. Die Abnahme der damals durchweg einwandfreien, stattlichen Exemplare wurde auf der Baustelle durch das Büro Kienle vorgenommen.

Eine zweite Lieferung der Japanischen Schnurbäume für den großen Bereich zwischen Stadthalle und Echaz erfolgte dann Mitte Juni 2013. Abnahme und Pflanzung der 26 Exemplare gingen wie zum ersten Pflanzabschnitt vonstatten.

Danach dauerte es, bis ein aufmerksamer Gartenbau-Fachmann die nahezu durchgängig mindere Qualität dieser Bäume entdeckte und näher ins Auge fasste. Was er feststellte, waren Schnurbäume, deren Triebe im Kronenbereich vermutlich schon vor Jahren beschädigt oder getrocknet und daraufhin zurückgeschnitten worden waren. Der an den Schnittstellen erfolgte Neuaustrieb macht dies deutlich.

Bei der Stadthallen-Projektgruppe im Februar dieses Jahres mehrmals nachgefragt, kam von dort über drei Wochen hinweg keine Stellungnahme. Von der Pressestelle der Stadt informiert, recherchierte man beim Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt. "Die Bäume sind vor ihrem Transport entsprechend geschnitten worden", soll Kienle-Bauleiter Müller-Meßner auf Nachfrage argumentiert haben.

Die stellvertretende Leiterin des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt, Katrin Korth, sagte, nachdem sie die Schnurbäume genau unter die Lupe genommen hatte: "Wir sind mit der Qualität der zuletzt gepflanzten Bäume nicht zufrieden und werden sie jetzt erst mal ein Jahr lang genau beobachten."

Während zwei auf den offensichtlichen Mangel angesprochene Stadträte auf den am 28. Juli des vergangenen Jahres wütenden Hagelsturm verweisen, ist es für die Fachleute klar, dass die Bäume um so schlechter sind, je weiter sie von der Stadthalle entfernt stehen. Ein Baumschulbesitzer aus der Region, der seinen Namen ungern in der Zeitung lesen will, sagte: "Eine solch miese Qualität, das darf einfach nicht wahr sein."

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