So gesehen · NEUES LEITSYSTEM: Im Kampf gegen die Genickstarre

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Die bisherigen Schilder haben ausgedient und werden durch ein Fußgängerleitsystem ersetzt.  Foto: 

Ohne Leitsysteme geht heute nichts mehr: Wie sollte sonst der Autofahrer Parkhäuser und Tiefgaragen finden, wenn er über kein Navigationsgerät verfügt oder keinen Stadtplan dabei hat. Aber nicht nur Autofahrern nützt ein derartiges System, auch Passanten sind froh, wenn ihnen Schilder den richtigen Weg zu wichtigen Einrichtungen weisen - ob es sich nun um das Rathaus, ein Museum oder das nächstgelegene Toilettenhäuschen handelt.

Nun ist es ja nicht so, dass in Reutlingen Hinweisschilder auf wichtige Einrichtungen fehlen (siehe nebenstehende Abbildung). Allerdings hängen diese dermaßen hoch, dass sie nicht nur für Rollstuhlfahrer schwer lesbar sind. Auch ein normaler Passant droht in Genickstarre zu verfallen, wenn er längere Zeit mit dem nach hinten gestreckten Hals etwas lesen möchte.

Deshalb hat die Stadtverwaltung nachgedacht, wie ein Fußgängerleitsystem aussehen könnte, und die Ergebnisse am Dienstagabend im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss präsentiert. Katrin Korth, stellvertretende Leiterin des Amtes für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt, hatte geschaut, wie das andere Städte machen und daraus drei Varianten für die Achalmstadt entwickelt - von kleinformatigen Fahnenschildern über die klassische Stele bis hin zur illustrativ gestalteten Stele. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile entschied sich die Verwaltung für Variante zwei, die klassische Stele mit hochwertig gestalteten Schildern. Damit ließen sich, so Korth, eine große Zahl von - nicht nur kulturellen - Zielen darstellen. Auch andere wichtige Objekte wie Krankenhäuser oder das Finanzamt könnten in dieses Konzept gut integriert werden. Zudem bietet die Stelenlösung auch die Möglichkeit, Stadtpläne anzubringen. Jetzt gehe es darum, wie Korth im Ausschuss sagte, vor Ort die konkreten Standorte für die ersten zehn bis zwölf Tafeln festzulegen. Die Umsetzung soll in den kommenden Wochen beginnen, die Kosten für die erste Tranche von rund 40 000 Euro werden aus Haushaltsmitteln bestritten.

Die Räte goutierten Korths Ausführungen mit viel Lob - und ebenso vielen Anregungen. "Alles, was der Innenstadt dient, ist gut", unterstützte Fritz Haux die Initiative. Der CDU-Stadtrat plädierte zudem dafür, eine größere Schrift zu nehmen - "mit Hinweis auf die Demografie". Und Hans-Hubert Krämer (FWV) regte an, einen QR-Code anzubringen, was die Stadtverwaltung prüfen will.

Ein Hinweis auf bestimmte Örtchen durfte natürlich nicht fehlen: "Sie können sicher sein, dass wir bei der Marktplatz-Stele nicht auf die Toilette auf der Pomologie verweisen werden", beruhigte Katrin Korth RSÖ-Stadtrat Dr. Peter Hörz. Damit auch nichts in die Hose geht.

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