Silke Brucklacher ist Unternehmerin des Monats November

Richtige Körbchen für Äpfel und Melonen verspricht Wäsche Wörner. Mit humorvoller und einfühlsamer Beratung sowie außergewöhnlichen Aktionen hat sich Silke Brucklacher ihren Titel als Unternehmerin des Monats verdient.

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Direkt nach der Schule fing Silke Brucklacher 1990 bei Dessous Wörner als „Mädchen für alles“ an. Danach sei sie einfach nicht mehr gegangen, erzählt sie schmunzelnd. Sie habe sich in das Thema reingekniet und konnte 2005 das Geschäft übernehmen. Nun zeichnete die Unternehmerinnenschule, eine Initiative der Akademie für Geschäftserfolg, sie zur Unternehmerin des Monats November aus. Sie soll anderen Existenzgründerinnen als Vorbild eines gelungenen Geschäftskonzepts dienen.

Über 64 verschiedene BH-Größen von A bis zum K Cup führt die 45-jährige Inhaberin in ihrem Sortiment auf 70 Quadratmeter Verkaufsfläche. Das biete sonst niemand in Baden-Württemberg, betont sie. Mit den einsehbaren Wäscheschubladen hat sie einen Teil der Originaleinrichtung von vor 63 Jahren, als der Laden eröffnete, beibehalten. So kommen Verkäuferin und Kundin schnell ins Gespräch. Manchmal gebe es ältere Kundinnen, die ihr erzählten, sie hätten damals schon ihren ersten BH bei Dessous Wörner erworben, erzählt sie. Sieben Verkäuferinnen beschäftigt Brucklacher, wobei ihr das als Beschreibung eigentlich zu wenig sei. Denn ihre Angestellten fungieren auch als Schneiderinnen, halten Kontakt zu Ärzten und Physiotherapeuten und geben Kurse rund ums Körbchen.

Der Weg ins Fachgeschäft lohnt sich. 70 Prozent aller Frauen tragen den falschen BH, berichtet die Unternehmerin. Täglich hätten Kundinnen bei ihr ein Aha-Erlebnis. Sei es, weil sie vorher falsch beraten wurden oder weil sich ihre Brust verändert habe. Dazu komme noch, dass sich Frauen mit großer Oberweite oft genierten und die Schultern hängen ließen. Resultat sind Druckstellen, Kopf- und Rückenschmerzen. Mit der richtigen Wäsche, so ist sie überzeugt, lassen sich Rückenleiden auch bei einer sehr großen Oberweite vermeiden. Brucklacher ist es außerdem wichtig, dass ihr Geschäft nachhaltig ist. Daher gehören auch Schneiderinnen, die etwas abgenutzte Lieblings-BHs wieder reparieren oder auch individuell anpassen, wenn die industriell gefertigten Passformen zwicken und kneifen, zu ihren Dienstleistungen.

„Wenn es nur um die neuesten Hypes gehen würde, wäre mir das zu langweilig“ sagt sie. Es gehe ihr eben nicht nur um Mode, sondern sie möchte auch aufklären. Daher bietet sie kostenlose Körbchenkursen in Schulen an. Ziel sei es, den Mädchen entgegen aller aktuellen Schönheitsideale mehr Selbstbewusstsein zu geben. „Jede Frau hat etwas an sich auszusetzen und die Brust ist dabei ganz zentral“, sagt sie. Um zu beweisen, wie trendabhängig die Vorstellung eines idealen Frauenkörpers ist, zeigt sie anhand der Eva-Figur in Kirchenbildern, wie sehr sich diese im Laufe der Zeit geändert hat. Darüber hinaus finden die Mädchen – Jungs sind nicht erlaubt – ihre passende Körbchengröße heraus und eine medizinische Masseurin macht ihnen Entspannungsübungen und die richtige Körperhaltung vor. Kurse dieser Art würde sie gerne noch öfter durchführen, betont sie. Einen speziellen Schülerpreis hat sich auch für Sport-BHs. Sie sollten möglichst früh einen besitzen, um eine gute Brust zu erhalten, erklärt sie.

Neben einfallsreichen Aktionen wie dem Korsettlauf auf dem Weinfest oder einem Körbchenkurs im Thermalbad mit anschließendem Saunagang, bewies Brucklacher mit ihrem selbstkreierten Sport-BH Mela Meloni zudem Erfindungsgeist, weil ihr die gängigen Modelle missfielen. Als ihr Erfolgsrezept sehe sie, dass sie immer ihr eigenes Ding gemacht habe. Oft habe man ihr gesagt, das gehe nicht. Aufhalten ließ sie sich davon nie. Man müsse aber gewillt sein, richtig viel zu arbeiten und Niederlagen als Herausforderungen sehen, rät sie Jungunternehmerinnen.

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