Sie haben neue Kunsträume erobert

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Die beiden Musikschülerinnen Julia Ruth und Lena Taigel (links) spielten bei der Ausstellungseröffnung in der Pfullinger Klosterkirche.  Foto: 

Fotos, Farbstich-Zeichnungen, Aquarelle, Flora, Fauna, Abendlicht und die Flamenco-Tänzerin Mercedes Ruiz in Acryl: „Kunst ist eine ansteckende Tätigkeit, braucht den dynamischen Dialog”, weiß die freischaffende Künstlerin Miriam Madaus-Kuhn, die in die Ausstellung einführte – und mit diesen Worten treffend beschrieb, was die Menschen dazu bringt, sich auf kreative Weise mit Kunst zu befassen, sich ihrem Zauber hinzugeben.

Die Musikschülerinnen Julia Ruth und Lena Taigel an ihren Querflöten sowie Louise Vasseur an der Gitarre begleiteten die Vernissage musikalisch, und Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk begrüßte eine „illustre Gesellschaft“, die nach dem Motto „wer Lust hat, macht mit“ ihre Bilder auch noch selbst gehängt hatten. Denn an dieser 2001 gegründeten  Veranstaltung können alle Pfullinger Kunstschaffenden teilnehmen, ohne sich einer strengen Jury aussetzen zu müssen.

„Kunst entzündet das Feuer neuer Impulse, neuer Gespräche, und begeistert im Idealfall durch kreativen Perspektivenwechsel –  Kunst ist Leben“: Damit eröffnete Miriam Madaus-Kuhn die 17. Schau dieser Art, in der 17 Pfullinger Frauen und Männer 42 Werke präsentieren.  „Energie, Bewegung und Mut“ sich einer kritischen Öffentlichkeit zu stellen, das alles gehöre schon dazu, wenn es darum geht, sein Inneres nach außen zu kehren, zu sagen: Schaut her, das ist von mir, das ist meine Kunst. Madaus-Kuhn, sie betreibt in Pfullingen das Atelier „designArt“, hat zusammen mit der Pfullinger Kulturamtsleiterin Sabine Hohloch und ihrem Team die Anordnung der Exponate vorgenommen – und so für abwechslungsreiche Abfolgen auf zwei Ebenen des ehemaligen Klarissenklosters gesorgt.

Miriam Madaus-Kuhn, die auch Dozentin an den Volkshochschulen in Pfullingen, Reutlingen und Bad Urach ist, führte ein in diese „fabelhaft kreative Kunst- und Kulturwelt“ mit den Worten: „Sie wissen um die revolutionäre Kraft des schöpferischen Prozesses, wissen, die energetische Kraft des momentanen Augenblicks zu fühlen.“

 Ja, Momentaufnahmen aus dem künstlerischen Leben sind es, die in der Klosterkirche zu sehen sind. Etwa drei Werke pro Künstler: Das ist das Limit in der räumlichen Eingeschränktheit des Ortes. Seit einigen Jahren sind aus Gründen neuer feuerpolizeilichen Gründen nur zwei Ebenen dort „bespielbar“, doch könnte sich das mit der Realisierung des Bauprojekts Kulturhaus ja ändern. Erst dieser Tage wurde der Verein „Kulturhaus Klosterkirche“ (KuK) gegründet (wir berichteten).

 Ob die großformatige Fotografie von Mauern der Wüstenstadt Petra in Jordanien oder eine Hitch­cock-Krähe“: Es ist erneut eine sehr abwechslungsreiche Schau geworden. Auch Materialcollagen und ein Holzobjekt („Die Schenkende“) sind zu sehen. „Die Art des Ausdrucks, die aus dem innersten Bauchgefühl zu spüren ist“, das weiß Madaus-Kuhn aus täglicher, eigener Erfahrung, „öffnet Wahrheiten, wandelt die Kunst“, und so sind „neue Kunst-Welten möglich“.

So auch bei der auf ungewöhnliche Weise gespiegelten Perspektive der Pfullinger Martinskirche – ebenso wie bei der „Mohnblüte“ oder „Pink goes coffee“. „Mutig und intuitiv“ hätten die Kreativen „neue Kunst-Räume für sich erobert“, schloss die Künstlerin.

Die Ausstellung „Die Kreativen – Pfullinger Kunstschaffende stellen aus“ ist bis 6. Juni mittwochs und samstags jeweils von 14 bis 18 Uhr und sonn- und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. jhe

Pfullinger Künstler zeigen in 42 Werken eine „fabelhaft kreative Kunst- und Kulturwelt“, wie Miriam Madaus-Kuhn in ihrer Einführungsrede betonte.  

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