Selbstbewusst in Orange

Das Dreigestirn vom Bauhof ist stolz: "Wir haben Hoffnung, dass 2014 ein ausgeglichener Abschluss vorliegt". Die dicksten Bretter seien gebohrt - nachdem es lange nicht gut bestellt war um den Bauhof.

|
Ein starkes Team: Bauhofleiter Jens Herold (vorn), der Technische Leiter Rainer Klett und die Kaufmännische Leiterin Susanne Girod.  Foto: 

"Die Mentalität im technischen Bereich entspricht sich", sagt Ortsbaumeister Rainer Klett, der gleichzeitig Technischer Leiter beim Eninger Bauhof ist, das gebe eine gute Basis auch bei kritischen Punkten: Reibung erzeuge Wärme. "Wir haben uns gesucht und gefunden", fasst Bauhofleiter Jens Herold die vergangenen beiden Jahre zusammen, "die Männer haben sich an die Hand nehmen lassen und haben's mitgetragen".

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da sitzen drei Manager am Tisch, die deutlich stolz darauf sind, dass nach einer grundlegenden Neustrukturierung - nach einer finanziellen Schieflage und personellen Querelen - einfach alles wunderbar konstruktiv funktioniert. Ingenieur Rainer Klett und Bauhofleiter Jens Herold leben im Arbachtal seit zwei Jahren ihre Passion fürs Praktische aus: "Erkennen, was wo wie machbar ist und nicht nur liegen lassen. Das kommt dem Betriebsergebnis zugute", sagt Klett. "Der Bauhof muss die wirtschaftlichen Interessen der Gemeinde im Auge haben", argumentiert Kämmerin Susanne Girod, die gleichzeitig kaufmännische Leiterin des Bauhofs ist. Aber nicht nur. Für die Bauhof-Spitze ist die soziale Komponente mindestens genauso wichtig.

Susanne Girod: "Die Mitarbeiter müssen sich mit ihrer Arbeit nicht verstecken. Ihnen wird der Rücken gestärkt, sie bekommen Wertschätzung. Der Rat sieht, dass da was passiert. Wenn wir was wollen, hat das seine Berechtigung".

"Die da unten - das gibt es nicht mehr. Das sind unsere Kollegen", erklärt Rainer Klett, "mir sind die Mitarbeiter von der Mülleimerrunde genauso wertvoll wie der Ingenieur." Das Selbstbewusstsein, Orange zu tragen, sei deutlich gewachsen. "Die Mannen trauen sich, was zu sagen. Davon ist viel Wertvolles umgesetzt worden."

Etwa beim überfälligen Fahrzeugkonzept: "Der Ersatz des alten Radladers ist mit dem Maschinisten definiert worden. Da muss der hinterher nicht kommen und bruddeln". Ein "richtiges Phänomen" ist für Bauhofleiter Jens Herold, wie die alten Haudegen ihre Maschinen pflegen: "Da darf nicht jeder ran. Die haben ihren Stolz. Und ich bin stolz, dass die den haben".

"Wenn die Identifikation da ist, wird Erstaunliches geleistet", betont Rainer Klett und verteilt ein dickes Kompliment an seinen Kollegen Herold: "Ich gebe ein Stichwort - er hängt sich rein". Etwa beim kommunalen Energiemanagement: Noch lange bevor die Reutlinger Energieagentur den Bauhof als einen der "Big Five" beim Verbrauch begutachtete, hatte Herold seine eigene Liste parat: "Wissen, wo kann was gemacht werden, gut kombinieren und ein Verständnis für die kaufmännische Sicht", das ist für den Echaztäler "bares Geld".

Beim Erdrutsch im Glemser Weg hatte der studierte Tief- und Wasserbauingenieur Rainer Klett seinen Bauhofleiter gereizt und zusammen mit dem Forst den Wegebau und die Hangsicherung mit Gabionen mal eben selbst in die Hand genommen. Es hat bestens funktioniert.

Immer war das nicht so. Im September 2012 trat Forstwirt Herold aus Unterhausen nach einer Vakanz auf der Stelle des Bauhofleiters seine Arbeit in Eningen an. Vier Monate später kam Bauingenieur Rainer Klett aus Tübingen dazu: "Im Jahr mit dem nicht enden wollenden langen Winter hat es uns beide eiskalt erwischt. Ein Stapel Beschwerden lag auf dem Tisch und der Haushalt war eine Viertel Million Euro im Minus. Wir haben gemeinsam die Schwerpunkte und Schwächen aufgelistet. Der Räumfahrplan wurde korrigiert". Klett setzte sich als technischer Betriebsleiter an die Spitze des Bauhofs, Herold kniete sich ins operative Tagesgeschäft. Gemeinde-Kämmerin Susanne Girod legte eine Liste von Schwerpunkten vor, die sich "rein zufällig" mit den Vorstellungen der beiden Kollegen deckte.

Bereits 2013 war der Schuldenberg auf 96.000 Euro zusammen geschmolzen. 2014 steht neben der schwarzen Null ein Fahrzeug-Konzept, das abhängig von der Finanzkraft des Betriebs umgesetzt wird. Der überdimensionierte Bauhof hat Untermieter bekommen. Ursprünglich sollten hier die Gemeindewerke einziehen.

Die Personalstruktur ist optimiert, die unproduktiven Randstunden sind dezimiert. Das Auftragswesen des kommunalen Eigenbetriebs wurde mit den Haushaltsposten der Verwaltung synchronisiert und die Verrechnungssätze neu kalkuliert. Girod: "Die zeitnahe Abrechnung bringt regelmäßige Einnahmen, liquide Mittel und weniger Außenstände".

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ein erster Schritt zur Marke

Die Achalmstadt will in einen Markenbildungsprozess einsteigen. Für 90 000 Euro wird sie dabei von einem Hamburger Unternehmen begleitet. weiter lesen