SEITENBLICKE: Der Erdbeer-Geist auf meinem Balkon

Bisher dachte ich, es gibt keine Geister. Und wenn doch, dann vielleicht in alten Schlössern oder auf verwunschenen englischen Landsitzen oder irgendwo im finsteren Wald - aber nicht in einem modernen Hochhaus aus Beton! Doch langsam beginne ich daran zu zweifeln.

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Bisher dachte ich, es gibt keine Geister. Und wenn doch, dann vielleicht in alten Schlössern oder auf verwunschenen englischen Landsitzen oder irgendwo im finsteren Wald - aber nicht in einem modernen Hochhaus aus Beton! Doch langsam beginne ich daran zu zweifeln.

Bei der letzten "Garden Life" auf der Reutlinger Pomologie erstand ich eine schöne große Erdbeerpflanze mit Blüten und bereits grünen Früchten daran, die ich auf einen niedrigen Schemel in eine Ecke meines Balkons stellte. Ich goss die Pflanze sorgfältig und beobachtete gespannt das "Erröten" der ersten Erdbeere. Doch als ich sie endlich ernten und kosten wollte, war sie verschwunden!

Ich wunderte mich - und wartete nun neugierig auf das Reifen der nächsten Beere. Wieder das gleiche Spiel: Keine Erdbeere da, wo sie noch am Vortag hing! Bei der dritten reifenden Frucht war ich vorsichtig und drehte die Pflanze so in Richtung Wand, dass man von ihr absolut nichts sehen konnte. Doch als ich dann nachschaute, war auch diese fast reife Erdbeere einfach weg und der Stängel leer.

Ich habe keine Haustiere - das wäre im achten Stock eines Hochhauses nicht so günstig. Doch immer wieder belästigen mich die frechen Stadttauben und verschmutzen meinen Balkon.

In letzter Zeit scheinen sie mich zum Glück "vergessen" zu haben. Vielleicht kriegen auch Tauben Alzheimer? Daneben besuchen mich regelmäßig Meisen und Amseln, für die ich - gut abgeschirmt gegen die Tauben - Sonnenblumenkerne und Rosinen auslege. Bei der regenlosen Sommerhitze sind sie auch dankbar für die Schale mit frischem Wasser. Vor kurzem beobachtete ich noch einen anderen "Gast": ein niedliches Mäuschen, das in der Dämmerung ganz entspannt draußen umher huschte. Daraufhin räumte ich den Balkon-Abstellraum aus, weil ich fürchtete, dort könnte sich wieder, wie bereits vor Jahren, ein Mäusenest verstecken. Aber ich fand diesmal keine Anzeichen dafür. Sicher war das Mäuschen nur "auf der Durchreise", denn ich habe es seitdem nicht mehr gesehen. Und dass es als Nagetier scharf auf Erdbeeren sein sollte, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Natürlich weiß ich, dass Amseln weiche Früchte und Beeren lieben. Aber ich habe noch nie einen dieser schwarzen Vögel in der Ecke meines Balkongartens gesehen, wo neben den Erdbeeren aromatische Cocktailtomaten und grün-rote, scharfe Pepperonischoten reifen, ohne dass sich jemand an ihnen vergreift.

Sie müssten beim Erdbeerklau ganz heimlich und raffiniert vorgehen - und das wäre recht undankbar von ihnen, weil doch im Kräuterkasten am Balkongeländer ihr Schälchen mit Rosinen auf sie wartet! Die kleinen Meisen haben sicher keine derartigen Ambitionen und sind zufrieden mit den Sonnenblumenkernen.

Eigentlich möchte ich auch gern von den Erdbeeren kosten, die ich täglich gieße! Doch nach der vielversprechenden neuen Blüte suche ich vergeblich nach den Früchten. Vielleicht treibt also doch ein "Erdbeer-Geist" bei mir auf dem Balkon sein Unwesen?

Um ihn auf frischer Tat zu stellen, werde ich wohl bei der angekündigten nächsten neuen Hitzewelle demnächst eine Nacht auf meiner Balkonliege verbringen - und zwar direkt neben dem Ort des Geschehens!

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