Schullektüren, Titanic und Piccadilly Line

Poetry Slam ist der Wettstreit im Vortragen von eigenen Texten in vorgegebener Zeit. Am AEG war jetzt Finale des Projekts "Raus mit der Sprache".

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Gewinner Simon Dehmer erzählt von der Schullektüre "Agnes"  Foto: 

"Zuerst gab es einen Auftakt, wo uns das Projekt vorgestellt wurde. Dann durften wir zu Hause Texte schreiben. Im Unterricht wurden dann die Besten ausgewählt", erklärt Luca Sommer aus der 5e das Konzept von "Raus mit der Sprache". Bereits zum sechsten mal nimmt das AEG an dem Projekt teil, das von Helge Thun, Harald Kienzler, Jakob Nacken und Gabriele Busse geleitet wird. Die von den Klassen ausgewählten besten Texte trugen die 40 Autoren im Schulfinale in der Aula des Einstein-Gymnasiums vor. Die Leitung des Projekts im AEG hatte Julia Brauch, die als Ziel des Projekts die Lust von Schülern am Schreiben und Sprechen sieht. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Referendarin Alona Negrich-Lumpp mit Klavier und Gesang.

Um es den jüngeren Schülern einfacher zu machen, wurden ihnen Themen wie "Tiere" in der fünten Stufe, "Spannung" in der sechsten, "Liebe" in der siebten und in der achten "Klassiker-Parodien" zugeteilt. Außerdem wurden diese Klassenstufen in jeweils zwei Teams pro Stufe eingeteilt, welche gegeneinander "kämpften" und von einem "äußerst fragwürdigen Applausometer" bewertet wurden, das die Moderatoren Helge und Jakob bedienten, und das durch "unglaublichen Zufall" die gleichen Ziffern wie die digitale Uhrzeit anzeigte. Das Applausometer wurde von den beiden Männern bedient, sodass doch eine gerechte Bewertung entstand.

In Jahrgangsstufe neun bis zwölf slammten die Jugendlichen bereits einzeln gegeneinander. Bewertet wurden sie vom Publikum, in welchem fünf Zuschauer Punkte von eins bis zehn geben konnten. Niedriger als mit sechs Punkten wurde jedoch keiner bewertet. Die höchste Punktzahl errang mit 48 Punkten Simon Dehmer. Mit seiner ironischen und lustigen Geschichte über sein Lesetagebuch der Schullektüre "Agnes" und seines unterhaltenden Textvortrags überzeugte Simon das Publikum. Ebenfalls herausragend waren Sophie Banke, die eine Reise durch ihr Gehirn mithilfe des Londoner tube Fahrplanes beschrieb, und Denis Zekovic, der von seinem Schummelversuch bei einer Lateinhausaufgabe erzählte.

Doch nicht nur die Großen überzeugten das Publikum, auch bei den Jüngeren gab es einige Texte, die hängen blieben. Über den Gang eines Leoparden zum Zahnarzt und wie dieser dem Tier alle Zähne zieht, dass er nicht mehr zubeißen kann, wurde erzählt.

Höchst gefährlich ging es auch beim Gedicht "Hochspannung" von Marius Thomas zu, der ein Kistenstapeln in Verbindung mit einer Hochspannungsleitung brachte.

Amüsant hingegen beim Thema "Liebe" das Gedicht "Titanic", das den Film in wenigen Minuten beschreibt. "Da schauen manche dreieinhalb Stunden den Film, dabei gehts so schnell", meinte Moderator Helge.

Versteckte Kritik übte Sabrine Madonna mit "Galaxy Liebe", die ihre Liebe zum Handy beschrieb aus: "Die kritisieren andere Leute, weil sie dauernd am Handy sind, und haben selbst ständig neue." Die Mühe der Finalisten wurde belohnt, jeder bekam am Ende seines Auftrittes einen Süßigkeitenpreis. Der Gewinner Simon Dehmer nahm außerdem beim Landesfinale des Projekts im Landestheater Tübingen teil. Der Elftklässler freut sich und weist auf den letzten Satz seines Textes hin: "Man sieht: In der Schule lernt man was fürs Leben".

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