Schrift und Bild in hoher Auflage

In seiner Reihe "Aspekte der Sammlung" zeigt das Städtisches Kunstmuseum derzeit die Ausstellung "Botschaften. Grieshabers Künstlerplakate".

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    Plakat zur Ausstellung des Künstlerbunds Baden-Württemberg. Foto: 
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    Deutscher Kunstrat: Plakat zur Ausstellung in Pakistan. Fotos: Spendhaus Foto: 
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    Ausstellungsplakat für die Galerie Maercklin, Stuttgart. Foto: 
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Plakate, gestaltete Botschaften aus Text und Bild, stellen einen elementaren Teil im Gesamtwerk HAP Grieshabers dar (1909 bis 1981). Grieshaber, der seine künstlerische Laufbahn mit einer Lehre als Buchdrucker und Schriftsetzer begann, erweist sich in seinem umfangreichen Plakatwerk nicht nur als großer Typograf, sondern auch als Meister des Zusammenspiels von Bild und Schrift. Der Holzschneider, der zeitweise an der Karlsruher Kunstakademie lehrte, ließ seine Plakate in hoher Auflage drucken, um eine möglichst breite öffentliche Wirkung zu erzielen. Seine Plakate warben nicht nur für Kunstausstellungen, sondern auch für kulturelle Ereignisse und für politische Aktionen, die ihm ein persönliches Anliegen waren. Spätestens seit der Jahrhundertwende hat sich das Künstlerplakat, bei dem der Künstler sowohl für das Bildmotiv als auch für die Typografie verantwortlich ist, international zu einer eigenen Gattung entwickelt. Nach 1945 erlebte diese eine große Blüte, die in engem Zusammenhang mit einer Neubewertung künstlerischer Grafikproduktion stand. Im Nachkriegsdeutschland war es neben Künstlern wie Horst Janssen und Willi Baumeister besonders auch HAP Grieshaber, der zur Emanzipation des "Malerplakates" beitrug. Für seine ausdrucksstarken und attraktiven Plakate nützte Grieshaber das spannungsreiche Verhältnis von Schrift und Bild in den unterschiedlichsten Kompositionen.

Er bezog sich dabei in Technik und Ausdrucksgestik auf die Tradition der deutschen Expressionisten, die im Streben nach einer künstlerischen Einheit von Schrift und Bild bereits Plakate als Holzschnitte entworfen und geschnitten hatten. Meist verwendete er aktuelle Holzschnittmotive, zur Gänze oder als Fragment, und versah sie mit plakativen Schriftzügen. Grieshaber griff aber auch auf Motive zurück, die bis zu 20 Jahre zuvor entstanden waren, und verwendete sie in neuen Farbvarianten als Plakatmotiv.

Infos zur Ausstellung

Ausstellung In der Reihe "Aspekte der Sammlung": "Botschaften. Grieshabers Künstlerplakate" im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus - zu sehen im vierten Obergeschoss. Die Schau läuft bis 8. Januar 2017.

Öffnungszeiten Die Ausstellung ist von Dienstag bis Samstag von 11 bis 17 Uhr, am Donnerstag von 11 bis 19 Uhr, und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr offen. Montags ist sie geschlossen.

Führungen In der Ausstellung zu Grieshabers Künstler-Plakaten gibt es Führungen, so genannte "Kunst-Pausen". Sie finden jeweils samstags um 12 Uhr statt - und zwar am 4. Juni und 5. November.

SWP

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