Schreckensbilder im Unterricht?

"Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung" soll Schülern ökonomisches Grundwissen vermitteln. Manipulativer Akt oder Gebot der Vernunft ?

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Noch hat es nicht zur ersten Stunde geläutet, doch schon jetzt sorgt das neue Schulfach "Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung" für Aufregung, heißt es in einer Mitteilung der IHK Reutlingen.

Die Tatsache, dass Schulen in Baden-Württemberg ihre Schüler künftig auch auf die ökonomischen Anforderungen des Lebens vorbereiten werden, ruft so manchen Gewerkschaftsfunktionär auf den Plan und löst eine heftige Debatte in den Medien aus.

Die Befürchtungen: Ein eigenständiges Schulfach Wirtschaft werde sozio-ökonomische Aspekte ausklammern und die Interessen der Wirtschaft ungefiltert in die Klassenzimmer tragen, argumentieren die Gegner.

Schulen als künftige Marktplätze der Unternehmen? IHK-Präsident Christian O. Erbe warnt davor, die Debatte zu ideologisieren. "Die Diskussion nimmt geradezu groteske Züge an", sagte Erbe. "Manipulierte Lehrkräfte, Schulbücher von Unternehmern diktiert und willenlose Schüler, die zu dumpfen Arbeitnehmern herangezogen werden - solche Schreckensbilder zu zeichnen, ist geradezu verantwortungslos." Die Einführung des Faches Wirtschaft ist vielmehr ein längst fälliger Schritt, unterstreicht der IHK-Präsident. "Wir können Jugendliche doch nicht ernsthaft ins Leben entlassen, ohne ein Grundverständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge zu vermitteln." Schließlich fördere, so der IHk-Präsident, gerade ökonomische Grundbildung die Eigenständigkeit und Kritikfähigkeit von Jugendlichen.

Mit dem neuen Schulfach Wirtschaft wird eine fundierte Berufs- und Studienorientierung in allen weiterführenden Schularten etabliert. Das taucht in vielen Statements indes nur am Rande auf. Dabei wünschen sich viele Jugendliche gerade bei der Suche nach dem passenden Beruf deutlich mehr Unterstützung.

Für Erbe ist das ein Umstand, den man sehr viel ernster nehmen muss als ideologische Grabenkämpfe. "Verschiedene Umfragen belegen, dass die Qualität der Berufs- und Studienorientierung weiter verbessert werden muss. Wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern diese Chancen tatsächlich vorenthalten?"

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