Schon am Morgen war der Böllermüll weg

Über 40 junge Leute der muslimischen Jugend von Ahmadiyya Muslim Jamaat sorgten erneut für zwei saubere Parks. Gestern früh reinigten sie Pomologie und Volkspark von den hässlichen Feuerwerksresten.

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Einige Säcke voll Silvestermüll klaubte die muslimische Ahmadiyya-Jugend am Neujahrsmorgen auf. Foto: Jürgen Herdin

Es ist 9 Uhr - und, herrje, das neue Jahr fängt ja gut an: Roter Matsch der Böller-Hülsen und Knallfröschen auf den Straßen, leere Sektflaschen und Raketenreste am Straßenrand. Wie wird das wohl in den Parks in Halbhöhenlage aussehen, wo für gewöhnlich besonders viel geballert wird?

Es ist 9.30 Uhr - und Pomologie und Volkspark zeigen sich in sattem Grün, bis auf dutzende blauer Müllsäcke an den Sammelpunkten auf den Wegen. Vor dem Pavillon im Volksgarten haben sich über 40 junge Muslime zwischen sieben und 65 Jahren versammelt. Sie sind mit ihrer Arbeit so gut wie fertig.

Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya, die Jugendgruppe der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) hat wieder ganze Arbeit geleistet. Und noch ein Fremdwort: "Waqar-e-Amal" wird mit "ehrenvolle Arbeit" übersetzt. Es bedeutet nichts anderes, als "dass wir tatkräftig für jegliche Form der ehrenamtlichen Tätigkeit bereit sind - und dabei auch Zeichen für Integration setzen wollen", sagt Sprecher Nadir Ahmed Sindhu. In der Stadt fällt die friedensbewegte AMJ schon länger wohltuend auf. In der Vorweihnachtszeit besuchten sie Altersheime, um die Bewohner mit einem Geschenk zu überraschen (wir berichteten). Seit einigen Jahren kümmern sie sich auch um den Feuerwerksmüll - bundesweit. Stolz schwenkt Danish (7) seine kleine Müllzange. Nach einer kurzen Umfrage hat sich herausgestellt, dass er heute der jüngste Teilnehmer ist. Von Beginn an bei der großen Park-Putzete dabei ist Abdul Ghafoor (65). Um 6 Uhr begann für die Männer der religiösen Vereinigung der Tag mit einem Gebet, danach ging es an die Arbeit. Einfacher als 2011 sei es gestern gewesen, den Böllermüll aufzusammeln. Imm immer wieder gibt es Anerkennung von den Menschen, die schon früh unterwegs sind und ihren Augen nicht trauen - über zwei blitzblanke Parks in der Stadt. Am Ende der Aktion kommt noch eine ältere Dame des Weges und zückt den Geldbeutel: "Vielen Dank, dass Sie das hier machen!" Doch die drei jungen Männer, die gerade übers Brückle von der Pomologie kommen, sind verlegen. "Eigentlich dürfen wir für dies hier kein Geld annehmen." Doch angesichts dieser rührenden Geste bauen sie sich dann selbst doch eine Brücke: Sie werden nämlich das Geld weitergeben und es spenden.

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