Schon 33 Bauanfragen

Das Baugebiet "Wenge Stadion" in Eningen wird am Stück erschlossen, und zwar konventionell mit Gas. Ein Nahwärmekonzept, belegt die Klimaschutzagentur, rechnet sich nicht.

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Startschuss für die Erschließung des Baugebiets "Wenge Stadion": Neben und hinter der Sportgaststätte entstehen in den kommenden zwei Jahren 96 Wohneinheiten für Familien. Baubeginn im ersten Teil ist im Sommer. Wo immer möglich, bleibt der Baumbestand erhalten. Auch für die Umsiedlung der Fledermäuse ist gesorgt.  Foto: 

"Das ist das Konzept, das wir wollten. Die 10 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie hätte man sich sparen können": CDU-Gemeinderat Florian C. Weller lehnt sich zurück. "Mir wär's wichtig, dass die Gemeinde Bauwillige in Richtung Brennstoff-Einsparung berät. Ich bin froh, dass es nicht geklappt hat", erklärte CDU-Gemeinderat Wolfgang Tittl. Bei der Aufstellung des nächsten Bebauungsplans werde man frühzeitig ein Energiekonzept berücksichtigen, versprach denn auch Ortsbaumeister Rainer Klett dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Für das Neubaugebiet "Wenge Stadion" hatte die Gemeindeverwaltung die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg KEA mit der Machbarkeitsstudie zu einem Nahwärmekonzept unter Verwendung verschiedener Energieträger beauftragt, auf Grundlage einer Untersuchung der Fair Energie Reutlingen aus dem Jahr 2009.

Die KEA-Studie hatte den aktualisierten Wärmebedarf der HAP-Grieshaber-Halle mit einbezogen, die Variante eines Hackschnitzelkessels mit kleinem Erdgas-Blockheizkraftwerk, ein Holzheizwerk mit zentraler Solarthermie und die Abwärme Nutzung. Immer vorausgesetzt, dass sich die später an der "Wenge" bauenden Familien auf solch eine zentrale Wärmeversorgung hätten verpflichten lassen.

Zwischen der Vermutung, dass "die Konzeption der Wärme- und Energieversorgung des Areals ein zentraler Aspekt ist" und der Erkenntnis, dass bei rund 17,5 Prozent Mehrkosten das neue Baugebiet besser mit konventionellem Gas erschlossen wird, liegt ein finanzielles Risiko. Und die Erkenntnis: "Die ökologische Vorteilhaftigkeit ist nicht belegbar". Die GAL bedauere, dass ein Nahwärmesystem nicht schon bei der Aufstellung des Bebauungsplans berücksichtigt worden sei, so Gemeinderat Uwe Moßig.

Auch Günter Neuhäuser von der FWV hätte sich mehr erwartet: "Ich bin enttäuscht. Letztlich läuft es auf eine konventionelle 80-er-Jahre-Lösung hinaus. Das Leitungsnetz hätte optimiert werden können"

Stutzig macht, dass die Fair-Energie der KEA offensichtlich keine neuen Daten zur Verfügung gestellt hatte. "Von einer durchgerechneten Konzeptstudie, die vergleichbare Aussagen zu Wärme- und Stromkosten enthält", so die KEA, "war die Beschreibung weit entfernt". Auch die von der Fair-Energie aufgeführten Beispiele hätten sich ausschließlich auf gewerblich genutzte Industrieanlagen bezogen.

So bleibt es auf der "Wenge" beim Lerneffekt und dem Energie-Engagement der Häuslebauer. Die Erschließung des neuen Baugebiets in einem Zug, nicht wie vorgesehen in zwei Bauabschnitten, hat sich dadurch nicht verzögert. Der Gemeinderat hatte sich für eine parallele Planung stark gemacht.

Inzwischen liegen 33 Bauanfragen vor. Die Verkaufserlöse sind im Haushalt 2015 mit rund einer dreiviertel Million fest eingeplant. Die 35 500 Euro für die Erschließung mit Gas sind im Haushalt der Gemeindewerke bereits eingestellt worden.

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