Schönlinge und Schleimer

Am Sonntag öffneten das Krabbeltierhaus und die Voliere für Schmetterlinge am Umweltbildungszentrum Listhof. Dazu gab es einen "Markt der Möglichkeiten". 1000 Besucher zeigten sich begeistert.

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  • Ilona Schrimpf mit der Raupe eines Großen Nachtpfauenauges in der Voliere neben dem neuen Krabbeltierhaus. Fotos: Dietmar Czapalla 1/2
    Ilona Schrimpf mit der Raupe eines Großen Nachtpfauenauges in der Voliere neben dem neuen Krabbeltierhaus. Fotos: Dietmar Czapalla
  • Trägervereins-Vorsitzender Roland Würth, begrüßte am Sonntag (sitzende von rechts) Ulrike Hotz, Petra Bernert und Ministerialdirigent Wolfgang Baur. 2/2
    Trägervereins-Vorsitzender Roland Würth, begrüßte am Sonntag (sitzende von rechts) Ulrike Hotz, Petra Bernert und Ministerialdirigent Wolfgang Baur.
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Nach intensiven Planungen zum Bau eines Krabbeltierhauses am Umweltbildungszentrum (UBZ) Listhof war die Förderzusage der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg über 90 Prozent der Baukosten am 5. November 2012 eingetroffen. Damit war die Finanzierung des 200 000 Euro teuren Vorhabens gesichert. So konnte der Umbau des im 19. Jahrhundert erstellten und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Gewächshaus genutzten Backsteingebäudes beginnen.

Im Juni 2013 machte sich die erste ausführende Firma ans Werk. Schon am 25. September wurde das Richtfest des auf 96 Quadratmetern im Erd- und 36 im Untergeschoss Platz bietenden Krabbeltierhauses gefeiert. Parallel entstand eine an das Gebäude anschließende Voliere für Schmetterlinge. Exakt 12,12 Mal 7,20 Meter groß und 2,55 Meter hoch, aus durchweg verzinktem Material samt licht- und luftdurchlässigem Drahtgitter an allen Seiten und auch als Dachabdeckung. Roland Würth, Erster Vorsitzender des Listhof-Trägervereins, dankte in seiner Begrüßung "allen, die an der Realisierung dieses Vorhabens beteiligt waren". Architekten, Firmen, der Stadtverwaltung, der Abteilung Biologie der PH Karlsruhe und nicht zuletzt allen Mitarbeitern des Listhofteams und den Vorständen des Trägervereins. Vor allem aber der wahren "Mutter" des gesamten Bauvorhabens, Diplom-Biologin Ilona Schrimpf vom UBZ. Grußworte sprachen Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz, Ministerialdirigent Wolfgang Baur vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg sowie Petra Bernert, Leiterin des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Allesamt zeigten sie sich beeindruckt und begeistert über das, "was hier Großartiges entstanden ist".

Ein Krabbeltierhaus vom Allerfeinsten, welches das vielfältige Programm des UBZ Listhof ergänzen wird. Das Haus möchte "die Welt der Wirbellosen, die oft im Verborgenen stattfindet, ein Stück näher bringen und interessante Einblicke gewähren". Besucher, Familien, Gruppen, Schulklassen und Kindergärten können Tiere entdecken und beobachten, Entwicklungsarten der Tiere erkennen, Kleines ganz groß betrachten, selbst Tiere bestimmen, nachtaktive Tiere im Dunkeln erleuchten, Schmetterlinge in der Freiflugvoliere beobachten, beim Basteln kreativ werden und auch lernen, was man zu Hause für Krabbeltiere tun kann. Im Schulungsbereich stehen Stereolupen zur Verfügung, mit denen Schüler unter Anleitung verschiedene Krabbeltiere selbst erforschen können. Fortan die faszinierende und facettenreiche Welt der ausschließlich einheimischen Ameisen, Wildbienen, Schmetterlinge, Libellen, Spinnen, Würmer, Käfer und anderer Krabbeltiere. So auch in einem Dunkelraum und durch ein spektakuläres Unterwasserfenster. Am Tag der Eröffnung waren es laut Ilona Schrimpf "im Krabbeltierhaus über 40 Arten mit über 2000 Individuen, in der Voliere zirka 80 Schmetterlinge aus sieben verschiedenen Arten".

Im Rahmenprogramm gab es auf dem Listhofgelände einen ,Markt der Möglichkeiten". An etlichen Ständen wurden unterschiedlichste Aktionen zum Thema Krabbeltiere für die ganze Familie präsentiert. Führungen durch Krabbeltierhaus und Schmetterlingsvoliere sowie eine Bienenführung schlossen sich an. Für Bewirtung, die von vielen der rund 1000 aufgrund der Hitze durstigen Besucher wahrgenommen wurde, hatte der Trägerverein UBZ gesorgt.

Viel Lob und Anerkennung erhielten die Listhof-Macher von allen Seiten. So wie von SPD-Stadtrat Helmut Treutlein, der sich begeistert äußerte: ,,Toll und faszinierend, wie man aus einer kleinen Welt etwas Wunderbares gemacht hat und es jetzt wunderbar präsentiert". Oder der kürzlich in den Ruhestand gewechselte Hohbuch-Gemeindepfarrer Jörg Mutschler, der es auf den Punkt brachte: ,,ein tolles Beispiel von Schöpfung bewahren und behüten, sehr beeindruckend".

Info Kontakt zum Umweltbildungszentrum Listhof, Friedrich-List-Hof 1, unter Telefon: (07121) 27 03 92, E-Mail: info@listhof-reutlingen.de, www.listhof-reutlingen.de.

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