Schneller lernen, als sich die Welt verändert

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Dr. Andre-Hedler, Klaus Meder und Dr. Dirk Linzmeier (von links) 2016 bei der Eröffnung des Mechaniklabors im AE Inno Lab. Foto: Robert Bosch  GmbH  Foto: 

Niemand kann sagen, wie die Mobilität in fünf Jahren aussieht“, sagte Dr. Dirk Linzmeier im Pressegespräch am Dienstag. „Wir müssen mit unseren Methoden schneller lernen, als sich die Welt draußen ändert“, betonte der Vizepräsident des Geschäftsbereichs Automotive Electronics der Robert Bosch GmbH.

Als eine Reaktion auf diese Erkenntnis hat der in Reutlingen ansässige Bosch-Geschäftsbereich Automotive Electronics Anfang 2015 die Plattform „Home of Innovations and Start-Ups“ (AE/HIS) ins Leben gerufen, die unter der Leitung von Dr. André  Hedler steht. Eine Plattform, die helfen soll, Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Oder eben auch früher die Entwicklung zu beenden. Das AE/HIS-Team umfasst derzeit 15 Mitarbeiter. Die einzelnen Start-Ups, die in die Plattform aufgenommen wurden, haben, abhängig in welcher Phase sie sich befinden, zwischen drei und 30 Mitarbeitern. Gefördert werden vor Ort allerdings nur Ideen, die zum strategischen Geschäftsfeld von AE gehören – neben der Automobilelektronik sind das die Segmente  Consumer Electronics, Light Electric Mobility  und Industrieanwendungen.

Die Entscheidung, aus welcher Idee sich ein Start-Up entwickeln kann, ist bei Bosch in mehrere Stufen aufgeteilt. Ganz am Anfang steht die Pitch Night. Die Veranstaltungsreihe, die zwei Mal pro Jahr im Tübinger Sudhaus abgehalten wird, gibt Gründern und Gründungsteams die Chance, ihre Ideen dem Bereichsvorstand vorzustellen. An eine siebenminütige Präsentation schließt sich eine mehrminütige Fragerunde an. Noch am Abend wird entschieden, welche Projekte finanziell gefördert werden.

Bei Start-ups unterscheidet das Unternehmen zwischen zwei Stufen. In der Ideenphase, auch Akzelerator (Beschleuniger) genannt, entwickeln die Tüftler mit professioneller Hilfe einen Prototypen, den sie dann gemeinsam mit potenziellen Kunden zu verbessern suchen. „Wir gucken mehr von außen nach innen“, beschreibt Hedler diese Art des Herangehens. Im zweiten Schritt, in der Gründungsphase (Inkubator), geht es darum, den Aufbau des Start-ups bis zum Markteintritt zu unterstützen und zu fördern. „Aus Ideen wird Geschäft gemacht, aus Gründern werden Intrapreneure“, schreibt Bosch.

Drei Pitch Nights hat es bislang gegeben. Derzeit arbeiten elf Start-Ups an einem Geschäftsmodell – davon fünf in  Reutlingen. Ein Unternehmen, das elektrische Antriebstränge für Elektrofahrzeuge im Niedervolt-Bereich entwickelt, soll im zweiten Quartal 2017 an den Markt gehen.

Um ihre Ideen und Geschäftsmodelle weiter zu entwickeln, erhalten die Gewinnerteams zwischen 200 000 (Akzeleratorphase) und 600 000 Euro (Inkubator). Dafür stellt AE jährlich insgesamt 3,6 Millionen Euro aus einem Innovations- und Wachstumsfonds bereit.

„Es geht darum, eine möglichst attraktive und leicht zugängliche Umgebung zu schaffen“, unterstrich Dr. Matthias Illing, der unter anderem für das AE InnoLab verantwortlich ist. Dieses bietet  auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern ein Elektroniklabor für Hoch- und Niedervolt-Anwendungen, ein Chemie- und ein Mechaniklabor mit 3-D-Druckern, um dort Prototypen zu entwickeln. Ebenfalls ein Novum ist, dass der gesamte Geschäftsbereich Automotive Electronics im AE-Inno-Lab zusammengeführt wird. Für Illing eine gute Idee, um den Mitarbeitern die Möglichkeit zu gegenseitigem Austausch und Feedback zu geben.

Linzmeier und Hedler verweisen mit Stolz darauf, dass die Plattform „Home of Innovations and Start-ups“ im Oktober den von anderen Teilnehmern vergebenen Corporate Start-up Award erhalten hat. Und das gleich bei der ersten Teilnahme.

Im Dezember 2013 hat Bosch am Standort Ludwigsburg die Robert Bosch Start-up GmbH gegründet. Diese dann im Juni 2014 eröffnete 100-prozentige Tochtergesellschaft  hat die Aufgabe, neue Geschäfte aus  technologischen Errungenschaften zu erschließen.

Daneben gibt es noch zwei  weitere Initiativen im Bereich Start-ups: die Robert Bosch Venture Capital GmbH und die  Bosch Car Multimedia. rab  

Millionen Euro stellt der Geschäftsbereich Automotive Electronics aus einem Innovations- und Wachstumsfonds bereit.

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