Schafe, Streuobst, Puppen

Waldschafe, Wolle und das Biosphärengebiet: Auf dem kleinen Markt am Wochenende gab's ein buntes Programm mit Grillaktion und Verkauf.

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Nicht nur alles rund ums Schaf gab es auf dem Sommerfest zu sehen. So präsentierte Tatjana Neumann (links) ihre slawischen Schutzpuppen.  Foto: 

Handspinn-Vorführungen und eine Ausstellung über gefährdete Schafrassen: Im Rahmen der Biosphärenwoche und der Baden-Württembergischen Naturschutztage waren die Bronnweilerin Barbara Zeppenfeld von der "Arche-Schäferei" aktiv, auch der Albverein und Anbieter von Mitmachangeboten. Im alten Schulhaus und draußen gab es bei regnerischem Wetter jede Menge Informationen und Verkaufsaktionen - und im Rathaus gegenüber eine Ausstellung.

Von gesunden Säften aus der Region erfuhren die Besucher ebenso, wie es für Kinder ein Spielangebot gab. Ihren ersten Marktauftritt überhaupt hatte Tatjana Naumann, die "Kräuterfrau und Getreidehüterin" aus Reutlingen, die mit zahlreichen Naturdüften versehene slawische Schutzpuppen vorstellte.

Am frühen Morgen schon war Barbara Zeppenfeld unterwegs, leider unfreiwillig. Ein schwerer Ast hatte sich nach starkem Regen von einem Baum gelöst und traf voll den Zaun, hinter dem sich Zeppenfelds Schafe befinden. Vier büxten aus, mussten wieder eingefangen werden. Nachmittags standen dann Führungen auf dem Gelände auf dem Programm. Seit 2005 leben am Reutlinger Albtrauf wieder Waldschafe und Krainer Steinschafe. Beide Rassen begleiten den Menschen schon seit vielen hundert Jahren, die Krainer soll es schon zu "Ötzis" Zeiten vor über 6000 Jahren gegeben haben.

Sie sind aber sehr selten geworden. "Diese Tiere sind kleiner als andere Schafe und Lämmer und vom Aussterben bedroht", erläuterte Zeppenfeld, die mehr als 70 davon in der Erhaltungszucht hält. Auch Streuobstpädagogik bietet die gelernte Gärtnerin und Diplompädagogin an.

Das passte bestens zum Getränkeangebot vor dem alten Schulhaus in Bronnweiler. Dort gab es jede Menge Säfte, produziert aus Früchten, die ausschließlich von heimischen Streuobstwiesen stammen. Gleich daneben war das Lagerfeuer, und Handspinnen mit dem Wollhexle wurde auch vorgestellt. Geboten wurde eine Ausstellung zur Geschichte von Schafrassen, ein Wollmarkt sowie filzen und basteln.

Ein Hingucker, auch weil es eine Premiere war, sind Tatjana Neumanns "Schutzpuppen" nach alter slawischer und russischer Tradition. "Ich nehme nur Kräuter aus dem eigenen Garten", erklärte sie. Die werden dann in die "Bäuche" von hübschen Stoffpuppen eingenäht, die zum Beispiel "Babuschkas", also Großmütter darstellen. In der Wohnung an eine auffällige Stelle platziert, sollen sie laut altem Volksglauben für viel Nachwuchs sorgen. Und weil es "Schutzpuppen" sind, würden die Omas aus Wollstoff auch Krankheiten fernhalten. Sechs Heilkräuter sind in der Füllung. Allesamt dienen sie auch als wohlriechende Duftkissen.

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