Rückgrat fürs Nahverkehrsnetz

Mobil von Pfullingen in die Region- darüber debattierten Einwohner mit dem Kreisrat Hans Gampe und MdL Thomas Poreski von den Grünen.

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Schnell schälte sich das Thema Regionalstadtbahn (RSB) als zentral heraus. Thomas Poreski sagte, die RSB sei unter die wichtigsten zehn Verkehrsprojekte des Landes aufgenommen worden. "Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt, wir haben sogar den Torwart rausgeschickt, jetzt müsst ihr nur noch schießen", fasste Poreski die Realisierungschancen der RSB aus landespolitischer Sicht zusammen.

Gampe sagte, die RSB werde der wichtigste Baustein eines zukunftsweisenden Systems, das zunehmende Verkehrsströme auf mehrere Verkehrsträger verteilt und "flüssige Mobilität" ermöglicht. Eine weitere Aufgabe sei das Radwegekonzept, denn Radler seien ein ebenso wichtiges Element im System der Mobilität.

Von der Pfullinger Stadträtin Sigrid Godbillon wurde die Information der Bevölkerung über die RSB als vordringliche Aufgabe beschrieben. Die RSB binde Pfullingen in moderner Weise an den Ballungsraum an und biete auch die Chance, den ländlichen Raum besser zu vernetzen. GAL-Mitglied Werner Fesseler bezeichnet die RSB als "Rückgrat" für das öffentliche Nahverkehrsnetz. Zubringer wie Stadtbusse oder der Bürgerbus seien dann die "Nerven" und würden sich auf die RSB hin neu strukturieren.

Ein weiterer Diskussionsteilnehmer, der als Vertreter der Alb-Bahn anwesend war, rief alle Anwesenden dazu auf, sich nicht von der großen Aufgabe und der langen Zeit, die die Verwirklichung brauchen wird, entmutigen zu lassen. Er beschrieb, wie viele Personen täglich in Münsingen den Zug besteigen und zeigte auf, dass auch von Engstingen her der Bedarf für die Stadtbahn besteht. Auch die Erfolgsgeschichte der Ermstalbahn sollte die Skeptiker unter uns bestärken.

Eine Fahrt nach Heilbronn oder Karlsruhe zur dort gut angenommenen Stadtbahn ist für das Frühjahr 2016 geplant und soll der Information aller Interessierter dienen, aber auch der Stadträte und Bürgermeister dürfen mitfahren. Wie mehrfach berichtet, ist die Standardisierte Bewertung der RSB so gut, dass für jeden investierten Euro fast 1,4 Euro erwirtschaftet werden, zum ökologischen Nutzen kommt also auch der ökonomische hinzu. Der Schienenverkehr boomt, in eine gut erreichbare Bahn steigen 50 Prozent mehr Leute, als vorher in den Bus.

Stadträtin Traude Koch (GAL) brachte die Überlegungen zur Trassenführung ins Gespräch: "Wir werden in öffentlicher Debatte in Pfullingen vor allem an der bestmöglichen Trassenführung arbeiten müssen." Sowohl die Linienführung durch die Innenstadt, wie auch die Führung auf der alten Bahnlinie hätten Vor- und Nachteile, die Vorstellung von der RSB mitten durch die Stadt erschrecke viele Menschen. Bei der Planung gebe es viele weitere Details, die berücksichtigt werden müssten wie Höhe und Länge der Bahnsteige, führte Holger Bergmann, Reutlinger Stadtrat und Vorstandsmitglieder der Kreis-Grünen aus. Hans Gampe rechnete nochmals die Finanzierung vor: eine Milliarde Euro - davon sind 200 Millionen von den Kommunen im ganzen Netz zu stemmen. Diese Kosten verteilen sich auf einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren und auf die ganze Region. Gampe ist überzeugt davon, dass die Region dies finanziell tragen kann. Ein Gesprächsteilnehmer brachte es auf diesen Punkt: "Es ist egal, ob wir die RSB noch erleben, Hauptsache das Ding kommt."

Moderator und GAL-Sprecher Paul Sigloch bedankte sich bei allen Teilnehmern für die engagierte Debatte. So könne man andere auf die RSB neugierig machen.

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