Ringsgwandl auf Schwäbisch

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„Der verreckte Hof“: das Produktions-Team.  Foto: 

Das Stück, das am Beispiel einer Bauernfamilie vom gesellschaftlichen und strukturellen Wandel  erzählt, scheint wie geschaffen für das Melchinger Theater Lindenhof – das sich ja gerne und mit Erfolg solcher Themen annimmt.

Ebenso könnte der Autor von „Der verreckte Hof“ seiner Art nach zum Melchinger Ensemble gehören. Was er freilich nicht tut. Georg Ringsgwandel, Jahrgang 1948, ist schon ein paar Tage länger in der Kulturszene, vornehmlich der bayrischen, als Schreiber, Kabarettist und Liedermacher unterwegs. Als einer der ersten wagte es der freche Vogel in den 1970ern traditionelle bayerische Volksmusik mit rockigen und Punkeinflüssen zu mischen. Damit hat der „Alpen-Dylan“ hüben wie drüben zwar viele Puristen verstört, aber noch viel mehr Fans und etliche Preise gewonnen. Zum Erfolg beigetragen haben natürlich seine brillanten, satirischen Texte.

Der „Verreckte Hof“ zeigt ein verblassendes bäuerliches Milieu. Die Kinder sind dem Landleben entwachsen und mit eigenen Sorgen geplagt: Der Sohn findet als Manager keine Zeit für gar nichts und schon überhaupt nicht für die Familienangelegenheiten, die Tocher ist als Lehrerin vom Schulbetrieb gestresst, der Schwiegersohn leidet am Burnout-Syndrom. Und die Mutter, alleine auf dem Anwesen zurück gelassen, lässt Anzeichen von Demenz erkennen. Swetlana, eine Hilfskraft aus Osteuropa, soll’s nun richten.

Das klingt fast wie im richtigen Leben und ist in seiner Problematik sichtlich nicht auf das bäuerliche Milieu beschränkt. Eben das macht Neugier auf dieses „Volksstück“, das unter Garantie frei von aller Süßlichkeit sein dürfte, das andererseits rasant und womöglich auch humorig zu werden verspricht. Zudem sind viele eingängige Lieder angekündigt, vor Ohrwürmern wird in Besprechungen und Kritiken früherer Inszenierungen gewarnt. Das Stück feierte seit seinem Erscheinen zahlreiche Erfolge an zahlreichen Bühnen. Jetzt hat es das Melchinger Ensemblemitglied Franz-Xaver Ott von der ursprünglichen bayerischen in die schwäbische Mundart transponiert. Thomas Unruh hat die Lieder der Stubenoper für die Melchinger Bühne eingerichtet. Regie führt Christoph Biermeier –  ein alter Bekannter, der einst die „Reise nach Wart“ in Melchingen inszenierte, die „Winterreise“ und jüngst den „Brandner Kaspar“.

Auf der Bühne wird man Berthold Biesinger, Kathrin Kestler, Linda Schlepps, Stefan Hallmayer in mehreren Rollen und an mehren Instrumenten sehen. Unterstützt werden sie von den Profimusikern Bernhard Mohl und Erwin Rehling. Kommenden Donnerstag ist Premiere. Georg Ringsgwandel wird nicht dabei sein – hat seinen Besuch aber für einen späteren Zeitpunkt angekündigt.

Premiere „Der verreckte Hof. Stubenoper – Gesänge in einer sterbenden Sprache“. Die Geschichte mit Musik und Liedern stammt aus der Feder des bayerischen Kabarettisten und Liedermachers Georg Ringsgwandl. Premiere ist am Donnerstag, 18. Mai, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen: 23. bis 26. Mai, jeweils 20 Uhr.

Karten (0 71 26) 92 93 94.

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