Richtig Druck gemacht

Die Zielsetzung war klar, die Aufgabe schwierig. Das Ergebnis kann sich nun sehen lassen. Die Scheuer des denkmalgeschützten Hakengehöfts in der Betzinger Mußmehlstraße ist wieder hergestellt.

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Wer heute die Scheuer betrachtet, ahnt kaum mehr, welche Schwierigkeiten mit der Sanierung verbunden waren.  Foto: 

Nach der beendeten Sanierung des 1727 erbauten Wohngehöfts in der Betzinger Mußmehlstraße 6 im März dieses Jahres galt die gesamte Aufmerksamkeit des Fördervereins Ortskern Betzingen der Renovierung dieser zum Gehöft gehörenden ehemals landwirtschaftlich genutzten Scheuer, heißt es in einer Mitteilung des Fördervereins. Rund 300 000 Euro kostete die aufwendige Sanierung.

Eile tat Not, denn bis Jahresende müssen sämtliche Sanierungsarbeiten einschließlich der Gestaltung des Hofbereichs im Zuge des Landessanierungsprogramms abgeschlossen und vor allem abgerechnet sein, um in den Genuss der restlichen Landessanierungsmittel zu kommen. Die Verantwortlichen, allen voran das mit der Sanierung des ehemaligen Lehenshofs beauftragte Architekturbüro Hartmaier und Partner, machten deshalb richtig Druck. Handwerker und Eigenleister arbeiteten wieder Hand in Hand, um das Projekt termingerecht zu vollenden.

Wer die Scheuer heute betrachtet, ahnt kaum mehr, welche Schwierigkeiten mit der Sanierung der Scheuer verbunden waren. So musste zunächst das Fachwerk, ähnlich wie bei der vor wenigen Jahren sanierten Zehntscheuer, wieder aufgerichtet und an vielen Stellen ausgebessert werden. Das Dach hatte sich in den letzten Jahrhunderten stark verschoben, so dass die deutliche Schrägstellung von 60 Zentimeter wieder aufgerichtet werden musste. Danach wurde ein wasserdichtes Unterdach aufgebracht und das Dach neu eingedeckt.

Ein befahrbarer Ziegelboden macht die mittlere Scheune wieder nutzbar und neu eingebaute Holzböden mit Treppenaufgang erweitern künftig die Lagermöglichkeiten im Erdgeschoss und in den Obergeschossen nicht nur für den Förderverein. Martin Rupp und seine Mitstreiter brachten mit der Sanierung der Zehntscheuer und des Wohngehöfts die notwendige Erfahrung für diese Aufgabenstellungen mit und konnten so die Handwerker entlasten und vor allem dazu beitragen, dass der Zeit- und auch der Kostenplan eingehalten werden kann.

Der Förderverein möchte in der Scheuer künftig unter anderem eine mobile Bühne für die Zehntscheuer und eine größere Anzahl Stühle, die für Konzertveranstaltungen in der Zehntscheuer vorzuhalten sind, unterbringen. Angedacht ist ebenfalls, weitere Lagerflächen - zum Beispiel im Dachgeschoss - zu vermieten. Ein "Ausgabeklappladen" am nördlichen Giebel der Scheune Richtung Museumsgarten wird bei öffentlichen Veranstaltungen im Freien von Vorteil sein. Und nicht zuletzt entsteht an der östlichen Giebelseite des sanierten Wohngebäudes in der Mußmehlstraße in Absprache mit dem Landesdenkmalamt derzeit auch wieder der ehemalige Holzschopf.

Der Hof wird mit einem neu gepflanzten Baum und mehreren Stellplätzen zurzeit hergerichtet. Mit seiner großzügigen Pflasterung entsteht hier eine multifunktional nutzbare halböffentliche Fläche, die während des Jahres zum Parken den Mietern zur Verfügung steht. An den zahlreichen Aktionen der Betzinger Bürger wird diese Fläche für Feste und Feiern mit einbezogen.

Das gesamte Ensemble mit dem Bürgerhaus Zehntscheuer und dem Hakengehöft, ist nun Teil der neuen grünen Dorfmitte rings um den Museumsgarten und macht den Vorsitzenden des Fördervereins, Thomas Keck, stolz, der in der jüngsten Vorstandssitzung mit Lob nicht sparte. Er dankte den Bauhelfern für die vielen ehrenamtlichen Stunden, aber auch den weiteren engagierten Vereinsmitgliedern, die in den verschiedenen Bereichen wie Veranstaltungs- oder Hausmeisterteam dafür sorgen, dass das Sanierungsobjekt auch mit Leben gefüllt wird. Nächsten Frühsommer soll das komplette Ensemble der Öffentlichkeit vorgestellt und mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.

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