Reihe weiterführen als Ziel

Die Jazzreihe von Tobias Festl bekommt eine festere Basis: Die Konzerte werden zukünftig an alter Stätte unter der Ägide des neu gegründeten Vereins "TheMu" veranstaltet. Festl gestaltet weiter das Programm.

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Sie sind "TheMu": Programmgestalter Tobias Festl (rechts), die stellvertretende Vorsitzende Winnie Victor und Fotograf Roland Frick.  Foto: 

Eine Jazzreihe als Privatmann ohne Sponsoren und finanzielle Unterstützung zu stemmen, ist ein riskantes Unternehmen. Tobias Festl weiß, ein Lied davon zu singen. Er veranstaltet in seinem Bass-Studio in der St.-Leonhard-Straße seit vielen Jahren hochkarätige Jazzkonzerte und musste - selbst wenn die Hütte voll war - meist aus dem eigenen privaten Vermögen draufzahlen.

Da war es nur eine Frage der Zeit, dass der Fortbestand der Konzertreihe trotz jeder Menge Idealismus und Durchhaltevermögen irgendwann in Gefahr gerät. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen. Deshalb beschloss der Reutlinger Jazzkonzert-Veranstalter, "die Reihe auf eine festere Basis zu stellen und einen Förderverein zu gründen", sagte die zweite Vorsitzende Winni Victor. "TheMu e.V" nennt sich der neue gemeinnützige Verein, was für "Förderverein für Theater und Musik" steht. Erste Vorsitzende ist die Reutlingerin Marielena Schaz, ihre Stellvertreterin Winni Victor. Ebenfalls mit im Boot sitzt Roland Frick, der die Reihe fotografisch begleitet und für die Musiker Videos von den Konzerten dreht.

Was die Konzertorganisation angeht, bleibt alles beim Alten. Die liegt weiterhin ausschließlich in Tobias Festls Händen. Doch mit der Vereinsgründung eröffnen sich gerade in finanzieller Hinsicht ganz neue Möglichkeiten: Die Vereinsaktiven wollen zukünftig Sponsoren, Firmen und in naher Zukunft auch die Stadt ansprechen, um Unterstützung und Gelder locker zu machen: "Es ist eine Illusion, dass sich eine solch ambitionierte und in der Region einzigartige Konzertreihe auf Dauer ohne Sponsoren trägt", erläutert Winni Victor ihre Motivation.

Das Ziel des Vereins ist klar umrissen: "Wir wollen, dass die Reihe erhalten bleibt und sich finanziell trägt." Es gehe nicht darum, Gewinne zu machen, und auch als Konkurrenz zum eher swingorientierten Jazzclub "In der Mitte" sieht sich Festl keineswegs: "Wir begreifen uns eher als Ergänzung."

Denn der Kontrabass-Händler ist mit seinen Konzerten moderner und internationaler ausgerichtet und spricht damit ein etwas anderes Publikum an. Dies möchte er in Zukunft noch erweitern, indem er unregelmäßig Konzerte unter dem Motto "Young Listeners Special" veranstaltet. Angesprochen dürfen sich jüngere Konzertgänger fühlen, denn es treten hier genreübergreifende, hippe und gleichwohl angesagte Jazzer wie etwa David Helbocks "Random Control" (16. Juli) auf. Für Schüler, Studierende und Azubis kostet der Eintritt bei diesen Specials sechs Euro. Ebenfalls Teil der Vereinsaktivitäten sind weiterhin die Kammeroper-Aufführungen unter Winni Victors Regie.

Bereits knapp 40 Mitglieder zählt der Verein, der am 13. Mai seine Gründungsversammlung abhielt. Winni Victor ist mit mehreren Sponsoren im Gespräch, die sich eine finanzielle Unterstützung der Jazzreihe vorstellen können. Für Mitglieder beträgt der Jahresbeitrag 50 Euro, darin enthalten ist freier Eintritt in eines der Konzerte. Ein weiterer Vorteil: "Bei uns wird niemand zu Arbeitseinsätzen herangezogen, wie das bei vielen Vereinen üblich ist", meint Festl augenzwinkernd, "bei uns geht es ausschließlich um hervorragenden Jazz in einzigartiger Atmosphäre", ergänzt Victor.

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