Reichsstädtische Relikte

Mit einem Dutzend Vorträgen, Führungen und Ausfahrten wartet der Geschichtsverein in seinem Herbst-Winter-Programm wieder mit einem reichhaltigen stadt- und kulturhistorischen Angebot auf.

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Den Auftakt der Veranstaltungsreihe des Reutlinger Geschichtsvereins bildet am Vorabend des diesjährigen Denkmaltages eine Führung zu verborgenen Relikten der Reichsstadtzeit, heißt es in einer Mitteilung.

Der Bauhistoriker Tilmann Marstaller begibt sich am 8. September im Bereich der ehemaligen Stadtbefestigung am südöstlichen Rand der Altstadt auf Spurensuche (Anmeldung notwendig) und stellt mit Zeughaus, Kesselturm, Zwinger, Stadtmauer und Wehrgang wichtige und doch wenig bekannte Zeugnisse aus Reutlingens reichsstädtischer Vergangenheit vor.

Einen Einblick in die Schätze der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg vermittelt, auch anhand von Reutlinger Beispielen, der Leiter des Stuttgarter Hauses des Dokumentarfilms, Wilhelm Reschl, am 19. September. Und am 4. Oktober referiert Julian Aicher, Pressesprecher im Vorstand der "Arbeitsgemeinschaft Wasser-Kraftwerke Baden-Württemberg", über die Echaz als seit alters her bedeutenden Energielieferanten: 36 ehemalige Mühlenstandorte hat er entdeckt - ein Indiz dafür, dass die Wasserkraft eine wichtige Triebfeder der Industrialisierung im 19. und frühen 20. Jahrhundert darstellte. Mit dem infrastrukturellen und verkehrspolitischen Strukturwandel, der sich in den letzten Jahrzehnten auf dem Eisenbahnsektor vollzogen und in der Folge merkliche Veränderungen im Gebiet um den Reutlinger Bahnhof mit sich gebracht hat, beschäftigt sich am 29. November der Vortrag des früheren städtischen Wirtschaftsförderers Wolfgang Geisel.

Zu zwei Veranstaltungen ist der Geschichtsverein in Reutlinger Bezirksgemeinden zu Gast. Bei einem kulturhistorischen Abend in Gönningen geht es am 12. Oktober in mehreren Kurzreferaten um die Weltoffenheit und die Ausnahmestellung der kleinen württembergischen Samenhandelsgemeinde. Dazu werden anhand von Aufzeichnungen über einen im Jahr 1911 im Ort abgehaltenen Wanderkochkurs kulinarische Kostproben serviert.

Am 6. November stellen Roland Wolf, Wilhelm Borth und Willi Raiser in Rommelsbach die auf der dortigen Markung vorhandenen Kleindenkmale vor und ordnen sie in die ortsgeschichtlichen Zusammenhänge ein. Schließlich berichtet Sarah Kleinmann am 23. Januar 2013 im Vorfeld des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus über den Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter in der Munitionsanstalt Haid in Engstingen während des "Dritten Reichs". Im Rahmen ihrer Magisterarbeit hat die Referentin untersucht, wie weit diese Ereignisse Eingang in die lokale Erinnerungskultur gefunden haben.

Auf dem Programm stehen außerdem Exkursionen zur großen Kelten-Ausstellung nach Stuttgart am 17. November und zur Benediktiner-Ausstellung nach Mannheim am 24. November, eine Ausfahrt auf den Spuren der Erntedankteppiche in Oberschwaben am 11. Oktober und eine zweitägige Adventsreise in den Breisgau und das Markgräflerland am 15./16. Dezember.

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