Reichsstadtzeit und World Wide Web

Das neue Halbjahresprogramm des Reutlinger Geschichtsvereins lädt wieder zu Vorträgen und Fahrten rund um die Geschichte von Stadt und Region ein, so Stadtarchivar Dr. Roland Deigendesch.

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Um die Familie Bernheim in Bronnweiler geht es im Vortrag von Wilfried Setzler und Benigna Schönhagen am 2. Oktober. Hier ein Familienfoto zur Bar Mizwa von Hans Bernheim im Jahr 1937.  Foto: 

Reutlinger Papiermacher sind das Thema des ersten Vortrags von Dr. Erwin Frauenknecht aus Stuttgart, der anhand von Wasserzeichen neue Erkenntnisse zu einem alten, in Reutlingen einst stark vertretenen Handwerk präsentiert, heißt es in einer Mitteilung des Stadtarchivs.

Am Freitag, 2. Oktober stellen Dr. Benigna Schönhagen aus Augs-burg und Professor Wilfried Setzler aus Tübingen das Leben der jüdischen Fabrikantenfamilie Bernheim in der Bronnweiler Marienkirche vor. Der Vortrag fußt auf den 1939 verfassten Lebenserinnerungen Hanna Bernheims und reiht sich in das Festjahr "900 Jahre Bronnweiler" ein.

Einen Rückblick auf die Aufbaujahre nach dem Zweiten Weltkrieg unternimmt Reutlingens früherer Baubürgermeister Professor Werner Köhl. Werner Köhl, der viele Jahre Stadtplanung an der Universität Karlsruhe unterrichtete, versucht an einprägsamen Beispielen die Hintergründe einiger bis heute prägenden städtebaulichen Entwicklungslinien Reutlingens nach 1945 aufzuhellen. Was nun die Reichsstadtzeit mit dem "World Wide Web" zu tun hat, führt Gerald Kronberger am 1. Dezember vor Augen: Neuerdings und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft sind die umfangreichen Repertorien der zentralen reichsstädtischen Überlieferung im Internet einsehbar. Gehalt und Besonderheiten der Quellen, ebenso die nun verbesserte Zugänglichkeit dieses Archivbestands werden anhand von Abbildungen vorgestellt.

Die Fahrten des Geschichtsvereins haben einen Schwerpunkt beim Thema Burg: Zum Abschluss der im Vorjahr durchgeführten Untersuchungen auf der Achalm führt der Tübinger Archäologe Dr. Christoph Morrissey am 16. Oktober über den Reutlinger Hausberg und erläutert vor Ort die gewonnen Erkenntnisse.

Esslingens Kreisarchivar Manfred Waßner stellt am 25. September das dortige Forschungsprojekt zu den Burgen im Landkreis Esslingen in einer Halbtagesfahrt durch das Lenninger Tal und am Albtrauf zwischen Owen und Weilheim vor. Die zusammen mit der Volkshochschule angebotenen Fahrten führen zu weiteren reizvollen Orten im Südwesten.

Schließlich ein kleiner Ausblick auf 2016: Aus Anlass des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird im Januar die junge russische Pianistin Alisa Dukhovlinova auf Einladung des Geschichtsvereins und eines Freundeskreises in Reutlingen zu Gast sein. Sie wird am 26. Januar im Spitalhofsaal ein Gedenkkonzert an die bei dem verheerenden Luftangriff am 1. März 1945 auf Reutlingen ums Leben gekommenen Verwandten Viktor und Alexej Ischtschuk geben.

Info Die komplette Veranstaltungsübersicht ist mit weiteren Informationen bei der Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins im Stadtarchiv, Marktplatz 22 (Rathaus-Erdgeschoss), Telefon: (07121) 303-2386, erhältlich. Im Internet ist das Programm unter www.reutlinger-geschichtsverein.de abrufbar.

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