Regionale Burgen als Schwerpunkt

Im neuen Halbjahresprogramm wartet der Reutlinger Geschichtsverein mit dem Schwerpunkt Burgen in der Region auf. Der erste Vortrag am 26. Januar indes befasst sich mit der Befreiung des KZ Auschwitz.

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Hatte der Verein mit Unterstützung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb im vorigen Jahr wie berichtet eine exakte Vermessung und topografische Aufnahme des Achalmgipfels initiiert, werden nun die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Tübinger Archäologe Dr. Christoph Morrissey berichtet darüber im April.

Zuvor schon erläutert Prof. Sigrid Hirbodian, Direktorin des Tübinger Instituts für geschichtliche Landeskunde, am Schiedweckenabend, 4. März, in ihrem Vortrag "Faszination Burg" das aktuelle Interesse der Forschung an diesem Thema. Der Schiedweckenabend in der Stadthalle steht auch Nichtmitgliedern offen, eine Anmeldung bei der Geschäftsstelle wird erbeten.

Der erste Vortrag des Jahres steht indes im Zeichen des Gedenktages an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, der sich zum 70. Mal jährt. Prof. Paul Münch, Fachmann für die Geschichte der Frühen Neuzeit und emeritierter Professor der Universität Duisburg-Essen, berichtet am Montag, 26. Januar, über das Schicksal der Sinti und Roma im Südwesten. Dabei geht es nicht nur um deren Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus, sondern Münch erinnert ebenso an Phasen der Integration und beschreibt die Romantisierung "zigeunerischen" Lebens in Musik und Literatur.

Aus der Beschäftigung mit Hermann Kurz geht eine gemeinsam mit der Stadtbibliothek veranstaltete literaturgeschichtliche und musikalische Soiree am 12. Februar hervor, die der Reutlinger Hermann-Kurz-Stipendiat Matthias Slunitschek zusammen mit dem Liedermacher Sergio Vesely moderiert. Im Mittelpunkt stehen frühe Gedichte und Erzählungen des Reutlinger Schriftstellers.

Schon durch die Vielzahl der dort ausgebildeten Lehrer ist die 1962 bis 1987 bestehende Pädagogische Hochschule Reutlingen auch bald 30 Jahre nach ihrer Schließung unvergessen. Ehemalige Lehrer der Hochschule haben eine neue Buchveröffentlichung dazu erarbeitet, deren Themen und Inhalte an diesem Abend vorgestellt werden.

Den mittlerweile schon traditionellen Schwörtagsvortrag am Freitag, 10. Juli, wird in diesem Jahr Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly bestreiten, seit 2013 Präsident des Deutschen Städtetages und zudem kommunaler Vertreter im Lenkungsausschuss der Deutschen Islam Konferenz (DIK). Als Stadtoberhaupt hat er sich besonders eine "solidarische Stadtgemeinschaft" zum Ziel gesetzt. Der Schwörtag, einst die Feier reichsstädtischer Verfassung und Gesellschaftsordnung, bietet dazu einen interessanten und kontrastreichen historischen Ausgangspunkt.

Zu den Fahrten des Vereins führt schließlich im Mai ein Vortrag des Vereinsvorsitzenden Dr. Wilhelm Borth, der zu "Stationen der Reformationsgeschichte" sprechen wird. Im Mittelpunkt stehen Lutherstätten in Mitteldeutschland, die mit diesen Orten verbundenen reformationsgeschichtlichen Ereignisse und ihre Auswirkungen auf die Entwicklungen in Reutlingen.

Dabei werden persönliche Kontakte wie zwischen Matthäus Alber, Philipp Melanchthon und Martin Luther, aber auch die Hintergründe wichtiger Weichenstellungen der Reformationsgeschichte beleuchtet. Dieser Vortrag versteht sich als Begleitveranstaltung der Studienreise "Wege zu Luther in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen" im Juni, die Christian Barth vorbereitet hat. Die weiteren, gemeinsam mit der Volkshochschule angebotenen Fahrten führen wiederum zu reizvollen Orten und Ausstellungen des Landes.

Das ausführliche Programm ist bei der Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins im Stadtarchiv, Marktplatz 22, Telefon: (07121) 303 2386, erhältlich. Im Internet ist es unter www.reutlinger-geschichtsverein.de abrufbar.

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