Raum für 1000 Arbeitsplätze

Auf dem Areal des ehemaligen Fernmeldeamts will Investor Jochen Welsch rund 1000 Arbeitsplätze ansiedeln. Der Rat schuf jetzt die Voraussetzungen.

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Auf dem Gelände des ehemaligen Fernmeldeamtes sollen in einem Business-Park 1000 Arbeitsplätze entstehen.  Foto: 

„Wir schaffen hier die bau- und planungsrechtlichen Vorgaben für die Ansiedlung von rund 1000 Arbeitssplätzen“, hatte Stefan Dvorak, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Vermessung in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend gesagt. Einstimmig fasste das Gremium den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Deckblattänderung zur 2. Bebauungsplanänderung im Gebiet zwischen Karl-/ Bruckner-/Haydn-/Behringsstraße“ – dabei geht es um das Areal des ehemaligen Fernmeldeamtes, auf dem ein Business-Park entstehen soll. Das Projekt, das die Bezeichnung KA 84 trägt, sieht Büroflächen, Tagungsräume, Fitnesseinrichtungen, Gastronomie und Parkplätze vor. In Ergänzung zum Bebauungsplan haben die Stadt und der Investor in einem städtebaulichen Vertrag die Außengestaltung der Gebäude und Freiflächen sowie die Zulässigkeit von Werbeanlagen festgelegt.

Trotz der in Aussicht gestellten rund 1000 Arbeitsplätze gab es auch kritische Stimmen im Rat. Als „unschön“ bezeichnete Edeltraut Stiedl (SPD) die Art, wie der neue Eigentümer mit dem Kunstwerk von Otto Herbert Hayek umgegangen sei. Und sie erinnerte daran, dass die Stadt dem Investor sehr entgegen gekommen sei.

Susanne Müller (Grüne) wiederum bedauerte, dass die Stadt das über Jahre zum Verkauf stehende Gebäude, in dem derzeit Flüchtlinge untergebracht sind, nicht erworben habe. Damit hätte die Stadt besser gestalten können.

Regine Vohrer teilte diese Sichtweise nicht: Es sei gut, dass das Gebäude an einen Investor verkauft worden sei und somit kein städtisches Geld gebunden wurde, sagte die FDP-Stadträtin.

Gegen die Stimmen von SPD und Grünen billigte die Ratsmehrheit den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Hechinger Straße 53“ in Gönningen. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, einen Anteil für preisgünstigen Wohnraum in das Konzept der Wohnbebauung zu integrieren. „Wir sollten keine Chance auslassen, preisgünstigen Wohnraum in der Stadt voranzubringen“, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Helmut Treutlein.

Ein Antrag, der auf Widerstand bei FDP, CDU und FWV stieß. Eine Quote in jeden Bebauungsplan hineinzuschreiben, mache keinen Sinn, argumentierte Rainer Löffler. Verwaltung und Gemeinderat seien derzeit mitten in einer Diskussion um ein Förderprogramm, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Die Investoren bräuchten Verlässlichkeit: „Die Bauträger müssen wissen, was auf sie zukommt. Und sie müssen das in ihre Projekte einkalkulieren.“ Es sei doch klar, so Löffler: Günstigen Wohnraum müssten die anderen Eigentümer mitbezahlen.

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