Raritäten und antike Schätze

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Es wird viel geschaut, aber weniger gekauft: Beim zweiten Antik- und Sammlermarkt am Samstag und Sonntag in der Stadthalle boten knapp 70 Händler ihren Trödel und antike Schätze an. Zwischen 1500 und 1800 Besucher kamen an den zwei Tagen.

Zuckerhasen in allen erdenklichen Größen gehörten in früherer Zeit zu Ostern wie der Christbaum zu Weihnachten. Heute ist die Tradition um das Zuckerhasengießen fast in Vergessenheit geraten. Einer, der diese Tradition am Leben erhält, ist Helmut Krehl aus Münsingen, der Gussformen sammelt und sie am Wochenende inklusive Rezept für Zuckerhasen beim Antik- und Sammlermarkt anbietet. Das ist schon was Besonderes, denn nur noch ganz wenige Konditoren in der Umgebung beherrschen das Handwerk rund um die im wahrsten Sinne des Wortes süßen Hasen. Auch die gusseisernen Formen werden nicht mehr hergestellt und inzwischen gehandelt wie eine Rarität. Vermutlich liegt es einfach am Überangebot an Süßigkeiten, dass die Zuckerhasen, die einst vor allem im Schwabenland hergestellt wurden, kaum noch produziert werden.

Aber so geht es mit vielen Artikeln, die auf dem von Gero Weickmann organisierten Antikmarkt im Angebot sind. Das allgemeine Interesse an antiken Möbeln, Geschirr, Schmuck, Kunst, Porzellan, Münzen, Postkarten, Schallplatten oder Büchern hat in den letzten Jahren merklich nachgelassen.

Auch die Messe selbst verzeichnet im Vergleich zur letztjährigen Premiere etwas weniger Besucher, bestätigt Gero Weickmann. Dafür sind es dieses Mal etwas mehr Händler aus dem gesamten süddeutschen Raum, die ihre Artikel im Großen Saal und in Teilen des Foyers feilbieten. Auch Atilla Beninger, der in der Charlottenstraße ein Trödel-Lädle betreibt, bedauert die rückläufige Nachfrage für alte Sachen: „Die Leute schauen heute mehr auf das, was sie gebrauchen können und weniger auf den antiken Wert“, so der Händler, der ein großes Angebot an Kleinmöbel, Lampen, Porzellan, Besteck, Puppenstuben und Eisenbahn-Blechspielzeug anbietet.

Alte Military-Artikel und schön poliertes Silberbesteck sind nach wie vor sehr gefragt, dafür sind alte Bücher, Schallplatten und Münzen eher Ladenhüter. Ein weiteres Problem sieht ein Privathändler aus Albstadt darin, dass es auf den Antikmärkten zu etwa 70 Prozent ähnliche Angebote gibt und man deshalb mit anderen Händlern konkurrieren muss. Damit wiederum hat der Münsinger Helmut Krehl mit seinen Zuckerhasen-Gussformen kein Problem.

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