Psycho, Fuchsfinder und Volksfeind

"Psycho" mit Matthias Brandt, ein obskurer "Fuchsfinder" und "Nackter Wahnsinn": Die Reutlinger Theateroffensive bietet wieder einen Kessel Buntes. Start ist am 17. Oktober mit dem Theaterfest.

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Andreas Vogt (Kulturamt), Stefan Hallmayer (Lindenhof), Axel Krauße (Zimmertheater), Daniel Theuring (KBB, Lindenhof), Enrico Urbanek (Tonne), Thorsten Weckherlin (LTT), Andreas Lehmann (Kreissparkasse) und Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele (von links) stellten das Programm der Theateroffensive vor.  Foto: 

"Die Theateroffensive wird endlich 18", scherzte Kulturamtschef Dr. Werner Ströbele über die ganz spezielle Reutlinger Theaterreihe, die aber schon längst "gereift und erwachsen" sei. Und seit 18 Jahren äußerst erfolgreich laufe.

Mindestens 250 Abonnenten wollen Spielzeit für Spielzeit schauen, was die Theater der Region zu bieten haben, mit unterschiedlichen Stücken, Formaten und an unterschiedlichen Spielstätten, zu denen auch noch ein kostenloser Theaterbus fährt, wenn die Sause außerhalb Reutlingens stattfindet. Meistens sind die Abo-Karten schnell vergriffen (aber man lasse noch mit sich reden, so Ströbele). Einzelkarten sind immer noch verfügbar, entweder beim Kulturamt, Telefon: (07121) 303 28 34, oder bei den üblichen Vorverkaufsstellen.

Das obligatorische Eröffnungsfest (17. Oktober) ist heuer zum ersten Mal in der Stadthalle. Die teilnehmenden Theater Die Tonne, Lindenhof, Landestheater und Zimmertheater zeigen dabei schon mal mit Ausschnitten aus ihren aktuellen Stücken, mit was ihre Zuschauer kommende Spielzeit so rechnen müssen. Einen Tag später (18. Oktober, 15 Uhr) steigt dann die Party zur Kindertheateroffensive in der Planie 22 - mit einem bunten Programm der beteiligten Theater Die Tonne, Junges LTT, Ätschagäbele und Patati-Patata.

Die Theateroffensive für die Großen beginnt ihren Stücke-Reigen am 10. /11. November mit der Uraufführung von "Es gibt nichts Größeres als die kleinen Dinge" von Marc von Henning, ein Stück von der Tonne in Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen: Die Beteiligten eines tragischen Unfalls müssen in einer Art Mediation ihre traumatischen Erlebnisse miteinander verhandeln.

Das Theater Lindenhof zeigt dann am 8./9. Dezember das Stück des irischen Autors Brian Friel (ebenfalls eine Koproduktion mit Recklinghausen), in der die blinde "Molly Sweeney" in ihrer dunklen Welt eigentlich gut zurechtkommt, bis ihr Mann und ein Arzt ihr unbedingt helfen wollen: und auch hier weiß man am Anfang nicht, was am Ende rauskommt, wenn alle nur das Beste wollen.

Am 17. Januar 2015 kommt dann als Theateroffensive-Stargast der vielfach preisgekrönte Schauspieler, "Polizeiruf"-Kommissar und Hörbuchsprecher Matthias Brandt in die Stadthalle, wo er zusammen mit dem Jazzmusiker Jens Thomas Hitchcocks "Psycho" als musikalische Lesung zum Besten bringt. "Der Volksfeind" von Henrik Ibsen steht dann am 28. Januar 2015 auf dem Programm: Ein einzelner Rebell gefährdet den Wohlstand einer ganzen Kurstadt, weil er öffentlich machen will, dass das angeblich so gesunde Kurwasser ziemlich giftig ist. Im LTT kommt dabei die gesamte Kurstadt ins Wanken, verrät Intendant Thorsten Weckherlin, weil Ibsens nach wie vor aktueller "Ökokrimi" auf einem wackeligen Luftkissen stattfindet.

Mit "Miss Sara Sampson" nach Lessing (4. März) bietet das LTT einen weiteren Klassiker, bevor es mit dem Lindenhof am 18./19. März zum "Nackten Wahnsinn" (Michael Frayn) kommt: Theater im Theater vor, auf und hinter der Bühne, raumgreifend auf zwei Ebenen samt Drehbühne gespielt in der gesamten Melchinger Theaterscheune.

Mit "Krabat" von Otfried Preußler "kondschakt" es wieder mal heftig (20. bis 22. April, und die Tonne verfällt darin unter anderem der Kunst der schwarzen Magie. Ähnlich unheimlich geht es in Dawn Kings "Foxfinder" des Zimmertheaters (23./24. Juni) zu, das Stück handelt von Aberglaube und Massenwahnsinn. Jede Menge Kribbel, Horror, Rebellion, Drama und Wahnsinn also für die Erwachsenen.

Für die Kinder gibts bei der "kleinen Offensive" die Nagergeschichte "Alex und die gelbe Maus" des Theaters Patati-Patata (2./3. November), das Theater Ätschagäbele zeigt am 7./8. Dezember ihr Clownsstück "Niemando", und die Tonne bringt die Kleinen mit "Der Drache, die Riesin und der dicke Ritter" zu höheren Erkenntnissen.

In "Der schöne Fischer" des Jungen LTT verliert eine verliebte Sultanin den Verstand. Sonka Müllers "Gustav, der Flugradbauer" gibts außerdem am 22./23. März 2015, und "Lucky Gans" vom Jungen LTT" beschließt dann die Reihe am 12./13. April 2015.

Theater- und Kindertheateroffensive - eine Programmübersicht

Theateroffensive:

· 17. Oktober, Stadthalle Reutlingen: Theaterfest.

· 10./11. November, Planie 22: "Es gibt nichts Größeres als die kleinen Dinge".

· 8./9. Dezember, Planie 22: "Molly Sweeney".

· 17. Januar 2015, Stadthalle: Matthias Brandt: "Psycho".

· 28. Januar 2015, LTT Tübingen: "Ein Volksfeind".

· 4. März 2015, LTT Tübingen: "Miss Sara Sampson".

· 18./19. März, Melchingen: "Der nackte Wahnsinn".

· 20./21./22. April, Spitalhofkeller Reutlingen: "Krabat".

· 23./24. Juni, Planie 22: "Foxfinder".

Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr.

Kindertheateroffensive (sonntags jeweils 15 Uhr, montags um 10 Uhr):

· 18. Oktober, 15 Uhr, Planie 22: Eröffnungsfest.

· 2./3. November, franz.K: "Alex und die gelbe Maus"

(ab drei Jahren).

· 7./8.Dezember, Spitalhofsaal, "Niemando" (ab drei Jahren).

· 18./19. Januar 2015, Spitalhofkeller: "Der Drache, die Riesin und der dicke Ritter" (ab sechs Jahren).

· 22./23. Februar 2015, franz.K: "Der schöne Fischer" (ab sechs Jahren).

· 22./23. März, franz.K: "Gustav, der Flugradbauer" (ab sechs Jahren).

· 12./13. April, franz.K: "Lucky Gans" (ab vier Jahren).

SWP

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