Prost auf den "70er Kalla"

Dicht bevölkert war der Platz rund ums Museum Schlössle, als die Altherrenabteilung des VfL zwei Tage lang Weinfest feierte - und am Rande auch Werner Kallas 70. Geburtstag. Er kickte stolze 40 Jahre im Verein.

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  • Ein Stelldichein beim Wein am Schlössle, die AH-Fußballer des VfL Pfullingen mit (von links) Michael Abele, Werner Kalla, Rainer Altenhof, Uli Keppler, Thomas Schauecker, Volker Pfeiffer und Jochen Löffler. Fotos: Jürgen Herdin 1/2
    Ein Stelldichein beim Wein am Schlössle, die AH-Fußballer des VfL Pfullingen mit (von links) Michael Abele, Werner Kalla, Rainer Altenhof, Uli Keppler, Thomas Schauecker, Volker Pfeiffer und Jochen Löffler. Fotos: Jürgen Herdin
  • Das Weinfest lockte am Freitag und Samstag viele Besucher an. 2/2
    Das Weinfest lockte am Freitag und Samstag viele Besucher an.
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Und wieder kamen unzählige Besucher zum Weinfest der Alten Herren (AH) - am Freitag und am Samstag. Deren Abteilung - samt Dutzenden Helfern - sorgte erneut fürs Kulinarische, zuvor war überaus kritisch und kenntnisreich der Wein ausgewählt worden. Eine Persönlichkeit bekam bereits am Freitag besondere Aufmerksamkeit - Werner Kalla. Der feierte seinen 70. Geburtstag - und weiß mehr als die Allermeisten im Verein über die Geschichte der Fußballer.

Bei Wein aus Südamerika oder aus Baden gabs zuhauf Glückwünsche, die von Herzen kamen - und fast eben so viele gute Gespräche mit dem gereiften "alten Herren", die nicht selten mit dem Satz "Weißt Du noch. . .?" begannen. Mit 70 Lenzen darf man einen gestandenen Mann durchaus als Urgestein bezeichnen. Den Fußball des VfL Pfullingen hat er seit den Fünzigern entscheidend mitgeprägt.

Der Elektromeister mit eigenem Geschäft in der Echazstadt fing im Jahr 1954 als Elfjähriger in der damals so genannten "C III-Jugend" mit seinen Balltreter-Künsten an, spielte bei den Aktiven 20 Jahre. Erst zu Beginn der 90er Jahre legte Kalla dann auch das Trikot der VfL-Altherren ab - mit 51. "Ja, einmal wollte mich ein anderer Verein sogar abwerben", erinnert er sich - und schmunzelt spitzbübisch. Diesen Offerten konnte Kalla stets widerstehen - nie aber ließ ihn die Arbeit für die Fußballabteilung los - Kalla, ein Faktotum im besten Wortsinne. Zehn Jahre war er auch Fußball-Abteilungsleiter. Noch heute zieht er mit seinen Beziehungen Sponsoren an Land.

Und das Weinfest? "Wir waren mit den Fußballern oft vier Tage lang in Boppard beim dortigen Weinfest - mit dem großen Feuerwerk Rhein in Flammen. Da kam die Idee auf, ein Weinfest auch für Pfullingen zu organisieren", beschreibt Kalla die Geburtsstunde eines geselligen Treffens, das vor 27 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Mitten im der Ferienzeit lockt es weiterhin hunderte Besucher aus der gesamten Region zum Schlössle. Am Wochenende war die 28. Auflage. Ein großes Feuerwerk an der Echaz gibts jedoch bis heute (noch) nicht. Wohl aber ausgewählte Weine, Bier und eine Speisekarte, die weiterhin die mit viel Liebe zubereitete und gut gewürzte Käseschale aufweist.

Bisher war es stets Kalla selbst, der für den Einkauf von Brot und Würsten sorgte. Heute noch ist er verantwortlich fürs Elektrische auf dem Fest. Doch mit dem 70. Geburtstag "steige ich aus der Organisation nun aber endgültig aus", sagt er. Ob er da beim großen "Weine-TÜV" nicht doch noch eine Ausnahme machen wird?

Der heutige AH-Vorsitzende Uli Keppler und seine Kameraden - und zwar alle Fußballer gemeinsam - inspizieren den Rebensaft, den Pfullinger Händler vertreiben. Ein Trio sorgt dann für die Entscheidung darüber, was auf die Karte kommt, beschreibt Keppler das Prozedere.

Und so gabs am Wochenende wieder reichlich Lob für die Tropfen, bei denen zum Beispiel ein Rosé aus Baden mit einem Tropfen aus Sardinien konkurrierte. Dann war da ja noch der aromareiche Rotwein, der Paula Malbec aus Argentinien, der mit einer Menge "muskulöser Eleganz" im Glase stand. Wobei wir wieder bei den Altherren-Kickern sind. Die stemmten zusammen mit ihren Frauen und Kindern so manches schwere Tablett, als Erkennungszeichen für ihre Dienstbereitschaft haben sie längst ihre selbst designten T-Shirts.

Thema Muskelkraft und spielerische Eleganz im reiferen Fußballer-Alter: Keppler, seit 20 Jahren dabei, skizzierte die Truppe ein wenig. Der Jüngste im Bunde ist Denis Zyion (33), der Älteste Fidi Uhde mit 55 Jahren. "Das waren früher alles Aktive", so Keppler, was an sich für immer noch gute konditionelle Qualitäten spricht. Im Tor steht der Recke Andreas Schwarz - und Harry Beck ist neben anderen fürs Tore schießen zuständig. Besonders lobte Uli Keppler seinen Vorgänger im Vorstand, "den Haudegen Volker Pfeiffer" (49).

Der weiteste Ausflug führte die AH bisher zu Sportskameraden nach Norditalien. Und alle sind hoffnungsfroh, dass bald wieder "Nachwuchs" von den Aktiven kommt. Denn anders als im richtigen Leben ist man bei Fußballern so ab 30 Jahren schon ein "alter Herr".

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