Prima Wetter, viele Spieler

Boulen bei strahlendem Sonnenschein: Das Schweinchen stand am Freitag im Mittelpunkt. Aber nicht das Borstenvieh, sondern eine kleine Zielkugel. Denn die Liberalen veranstalteten ihr Boule-Turnier.

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Anspruchsvolles Terrain hinter dem Kaffeehäusle: Turnierleiterin Angelika Wagner beim Wurf. Foto: Jürgen Spieß

Seit fast 20 Jahren treffen sich eingeübte Petanque-Fans, aber auch Interessierte ohne Vorkenntnisse auf der Pomologie, um beim gemeinsamen Boule-Spiel Kraft zu tanken und vom (politischen) Alltag abzuschalten. Das traditionelle Boule-Turnier der Liberalen zog dieses Jahr mehr Teilnehmer an als sonst, was angesichts des schönen Wetters kein Wunder war. Nach den verregneten Turnieren der beiden letzten Jahre zeigte sich dieses Mal kein Wölkchen am Himmel: "Mindestens seit einem Jahrzehnt hatten wir nicht mehr so ein tolles Wetter", schwärmte Stadtrat und FDP-Ortsvorsitzender Dr. Knut Hochleitner, der die beiden letzten Turniere gewonnen hatte. Den Erstplatzierten winkte auch dieses Jahr ein vom FDP-Kreisvorsitzenden Hagen Kluck gestifteter blau-goldener Wanderpokal sowie Gold-, Silber- und Bronzemedaillen.

Boule, beziehungsweise Pétanque, ist seit einigen Jahren in vieler Munde und erfreut sich landauf, landab steigender Beliebtheit. Der typische Boulespieler ist über 40 Jahre alt, männlich und trägt legere Kleidung. Häufig verbringt er seine Urlaube in Frankreich, der Heimat des Boulespiels. Er liebt geselliges Beisammensein und lässt gerne auch mal Fünfe gerade sein. Dass aber auch zunehmend Frauen und Jüngere das Boule-Spiel lieben und beherrschen, zeigte das Turnier. Auffällig viele weibliche Spielerinnen waren diesmal dabei. Die erst elfjährige Alina Feucht kämpfte sich sogar bis ins Finale vor.

Und so funktioniert das Spiel: Zunächst lost Turnierleiterin Angelika Wagner die Zweiermannschaften aus und mahnt die Spieler zur Fairness. Gespielt wird in mehreren Gruppen mit je zwei Spielern, auch "Dubletten" genannt. Jeder Spieler hat drei Kugeln. Einer von der Mannschaft, die den letzten Punkt geholt hat, zieht mit dem Fuß einen Kreis in den Splitt und wirft eine kleine bunte Kugel, das "Schweinchen".

Alles Weitere klingt einfach. Es gilt, die eigene Kugel möglichst nahe an die Zielkugel zu legen oder zu schießen. "Der Nicht-Eingeweihte würde auch schlicht werfen dazu sagen", erklärt einer der Spieler grinsend. Überhaupt wird viel gescherzt und über Taktik geredet. Man versucht, den Gegner zu demoralisieren. Und da können diese Menschen, die einen ausgesprochen friedlichen Eindruck machen, durchaus laut werden und urplötzlich "Attacke!" rufen, "Gib Feuer!" oder "Zieh die Sau!". Dann fliegen die Kugeln übers Kiesfeld, dass es nur so knallt. Wer die Zielkugel spielt, wird auch schon mal als Sautreiber tituliert. Bösartig ist das aber nie gemeint, betont Hochleitner. Am Ende geben sich alle Spieler versöhnlich die Hand. Der Kiesplatz vor dem "Kaffeehäusle" ist hart und uneben und gilt deshalb als überaus anspruchsvoll. 24 Spieler haben sich diesmal zum Turnier eingefunden, darunter der letztjährige Sieger Knut Hochleitner, Turnierleiterin Angelika Wagner und FDP-Kreisvorsitzender Hagen Kluck. Nach drei Runden, die jeweils bis zu 13 Punkten ausgespielt werden, treten die beiden Zweiermannschaften mit den meisten Punkten gegeneinander an. Den Wanderpokal gewannen dieses Jahr Franz Schöttle und Werner Haag.

Knapp geschlagen geben musste sich die elfjährige Alina Feucht, die zu gerne den Sieg davongetragen hätte. Insofern unterscheiden sich weibliche Boulespieler von männlichen - die wollen auch gewinnen, aber sie geben es nicht zu.

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