Premiere: Die erste Panne

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An einem regnerischen, windig-kalten Donnerstagabend hat sich im trockenen und von warmem gelben Licht erhellten Scheibengipfeltunnel exakt zwölf Tage nach seiner Eröffnung eine Premiere zugetragen: Kurz vor 19 Uhr hat das erste Auto eine Pannenbucht angesteuert, der Fahrzeuglenker ist ausgestiegen und hat den Quereinstieg zum Rettungsstollen betreten! Ein Vorgang, der von mehreren der 130 Kameras, die jeden Zentimeter in der Röhre beobachten, natürlich nicht unbemerkt geblieben ist. „Es war eine echte Panne, die auf Video dokumentiert ist,“ erklärt Bauleiter Norbert Heinzelmann. Die Premiere war also nicht nur filmreif, sondern ist auch für die Ewigkeit festgehalten worden. Sie hatte jedoch noch andere Konsequenzen: Sowohl die Kameras als auch die Tür zum Quereinstieg haben die Polizei und die Feuerwehr alarmiert. Und der Scheibengipfeltunnel hat noch in anderer Hinsicht getan, was er tun musste: Er hat die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 50 reduziert.

Staub aufgewirbelt

Die Röhre hat also ganze Arbeit geleistet – wie so oft schon in ihren ersten Betriebstagen. Denn mit Tempo 50 kennen sich die Tunnel-Nutzer inzwischen bestens aus. Dass 70 gefahren werden darf, das war in den vergangenen beiden Wochen eher die Ausnahme – hat aber seine Gründe. Gleich nach der Eröffnung galt die heruntergesetzte Höchstgeschwindigkeit, „um im Tunnel nicht zu viel Staub aufzuwirbeln“, so Heinzelmann. Denn obwohl ein Reinigungstrupp vor der Freigabe noch mal durchgeputzt hat, erschien den Experten die Gefahr zu groß, dass durch das Verkehrsaufkommen Staub vor die Sichttrübungsgeräte fliegen könnte, die dann die Feuerwehr alarmiert hätten. Dann, als der Staub sich gesetzt hatte, stellte sich heraus, dass eine Notfalltür immer dann geklappert hat, wenn ein LKW vorbeigedüst ist. Die Folge: Die Beschilderung stellte jedes Mal auf Tempo 50 um. Was sie übrigens auch tut, wenn Fußgänger – zum Beispiel die Mannen von der Straßenmeisterei – in der Röhre unterwegs sind.

In der Einfahr-Phase

Das alles, hofft Heinzelmann, sind Startprobleme, die er und sein Team in der vierwöchigen Einfahr-Phase in den Griff bekommen.

Eigentlich ist der Bauleiter stolz und erleichtert, dass es noch zu keinen größeren Problemen gekommen ist. Und dass der Tunnel sich noch nicht komplett selbst gesperrt habe, sei auch schon ein Erfolg. Das sei nämlich bei vergleichbaren Bauten nach der Eröffnung keine Seltenheit.

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