Preisgeld für Stellen-Erhalt

Das so genannte Trauerdiakonat der Reutlinger Bruderhaus-Diakonie hat am Dienstag den zweiten Platz beim Nachhaltigkeitspreis 2012 der Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel (EKK) erhalten.

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Trauerdiakonin Eva Glonnegger (Mitte), Pfarrer Martin Enz und Dagmar Sulz nahmen im Kongress-Palais Kassel den Scheck und die Preistrophäe entgegen. Foto: Privat

70 soziale Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich beworben, heißt es in einer Mitteilung. Auf den ersten Platz kam ein Integrationsprojekt des Diakoniewerks Neues Ufer in Schwerin. Den dritten Platz belegte ein Umweltprojekt des Diakonissenhauses Sophienheim in Bad Arolsen.

Auf der Preisgala im Kongress-Palais Kassel nahmen Trauerdiakonin Eva Glonnegger und der Initiator des Trauerdiakonats, Pfarrer Martin Enz, Leiter der Abteilung Theologie und Ethik der Bruderhaus-Diakonie, den mit 7000 Euro dotierten zweiten Preis entgegen. Das Trauerdiakonat der Bruderhaus-Diakonie sei ein bundesweit einzigartiges Projekt, hob Jörg Weber, Journalist und Herausgeber des Nachhaltigkeitsportals Ecoreporter.de, in seiner Laudatio hervor.

Trauerdiakonin Eva Glonnegger begleitet seit drei Jahren Familien, in denen Mutter, Vater oder ein Geschwisterkind gestorben sind. "Trauern hilft, den Weg zurück ins Leben zu finden", sagt Eva Glonnegger. "Meine Aufgabe ist es, die Familien dabei zu begleiten, ihnen Orientierung zu geben und eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Trauer nicht auf die Seite geschoben wird." Familien in Trauer erlebten in mehrfacher Hinsicht eine schwere Krise: seelisch, oft aber auch finanziell - wenn etwa der einzige Verdiener gestorben ist. Dagmar Sulz, eine zweifache Mutter, die vor zwei Jahren ihren Mann durch einen Verkehrsunfall verlor, beschrieb bei der Preisverleihung ihre Erfahrung mit dem Trauerdiakonat: Nicht nur sie und ihre Kinder, auch ihr gesamtes Umfeld sei in Trauer gewesen. Deshalb habe ihr von dieser Seite niemand wirklich helfen können. "Eva Glonnegger war für uns da, hat einfach zugehört und meine Kinder und mich dadurch sehr gestützt."

Rund 80 Kinder und Jugendliche und ihre Familien hat Trauerdiakonin Glonnegger bereits begleitet. Manche nur vorübergehend, manche intensiv und über längere Zeit. Gespräche bei Ausflügen und beim gemeinsamen Spielen, Telefonate oder SMS-Kontakte erleichtern den Kindern und Jugendlichen ihre Trauer. Eva Glonnegger berät aber auch Großeltern, Kindergärten und Schulen - oder hält Vorträge in Kirchengemeinden. Das helfe, die oftmals gespürte Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit gegenüber trauernden Kindern aufzubrechen, hat sie festgestellt. "Weil die Arbeit von Diakonin Glonnegger ausschließlich von Spenden getragen wird, kommt das Preisgeld dem Erhalt der Stelle und der Fortsetzung dieser wichtigen Arbeit zugute", kündigte Pfarrer Martin Enz an. "Wir sind froh über das Preisgeld - aber auch über jede noch so kleine Spende, die wir bekommen, um trauernden Familien beizustehen."

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