Prall gefüllte Info-Kiste

Dem Albaufstieg kam man mit der Veranstaltung zwar kein Stück näher, doch waren die Besucher des Bürger-Informationsforums hoch zufrieden mit dem großen Angebot. Im Oktober soll ein zweiter Termin folgen.

|
Vorherige Inhalte
  • Aufmerksame Zuhörer: Kurze und verständliche Vorträge bereicherten das Bürger-Informationsforum. Fotos: Herdin 1/2
    Aufmerksame Zuhörer: Kurze und verständliche Vorträge bereicherten das Bürger-Informationsforum. Fotos: Herdin
  • Wolfgang Schröder erläuterte in seinem Gutachten für die Gemeinde, weshalb Lichtenstein gute Chancen hat, sich mit Erfolg gegen den Verkehrslärm zu wehren. 2/2
    Wolfgang Schröder erläuterte in seinem Gutachten für die Gemeinde, weshalb Lichtenstein gute Chancen hat, sich mit Erfolg gegen den Verkehrslärm zu wehren.
Nächste Inhalte

Hier die Trinkwasserproblematik, dort das neue Lärmgutachten über die Belastung der Menschen. Ein paar Info-Tafeln weiter wurden die sechs verbliebenen Trassenvarianten ausführlich besprochen und von Experten erläutert. Kärtchen ausfüllen, Fragen stellen - nur gut, dass dieses Bürgertreffen in ein paar Wochen als eine Art große Antwortrunde eine Zweitauflage bekommt. Und wieder ein paar Stelltafeln weiter ging es um die ganz praktischen, konkreten Planungsschritte bei derart großen Straßenbauprojekten.

Und dort mussten die Bürger nolens volens eben auch erfahren, dass solch ein Vorhaben, selbst dann, wenn es bereits alle politischen Hürden genommen haben sollte, viele weitere Jahre der konkreten und konzentrierten Planung bedarf, um zu reifen. Kurz: Es werden beim Albaufstieg wohl selbst im besten Falle noch zehn Jahre bis zum ersten Spatenstich vergehen.

Es war angerichtet, das große Informations-Menü. Und die Bürger kamen zahlreich, konnten sich die Zeit zwischen 15 Uhr und dem späten Donnerstagabend einteilen. Denn diese Entflechtung mit sich wiederholenden Info-Paketen war den Veranstaltern besonders wichtig. Und so gab es zu keiner Zeit Gedränge. Es blieb sogar viel Zeit für ganz individuelle Fragen.

Gekommen waren in die Lichtensteinhalle auch einige Bürgermeister, Abgeordnete und Vertreter des öffentlichen Lebens, Handwerker und Gemeinderäte benachbarter Kommunen. Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum und seinem Team war es sogar gelungen, den ehemaligen Hauptamtsleiter Bernd Schönwälder zu "reaktivieren". Der Mann, der Verwaltung und Bürokratie bestens kennt, gab beredt Auskunft über entsprechende Planungshürden.

Auch die oberste Regionalplanerin, Angela Bernhardt, Direktorin des Regionalverbands Neckar-Alb, hatte sich unter die Besucher gemischt, wollte sich ebenfalls umfassend über die Machbarkeit eines Verkehrsprojekts informieren, das schon vor 40 Jahren im Gespräch war, aber weiterhin auf seine Realisierung wartet. Organisiert hatte das 30 000 Euro teure Treffen der Gemeinde das Ingenieurbüro Langenbach aus Sigmaringen.

"Das läuft hier ganz toll, diese Veranstaltung hat mich begeistert", sagte am Abend Landrat Thomas Reumann, nachdem er das pralle Informationsangebot in Augenschein genommen hatte. "Das ist eine beispielhafte, modellhafte Veranstaltung, die in dieser Form auch bei künftigen Entscheidungsprozessen andernorts Schule machen wird", davon ist Reumann überzeugt. "Vor allem haben die Menschen erleben und erfahren dürfen, dass sie ernst genommen werden", so das Fazit des Landrats..

Nein, bis in zehn Jahren wird er sicher noch nicht gebaut sein, der neue Albaufstieg - entweder durch die Berge um Unterhausen und Honau herum, oder als eine Art Tunnel (Deckeltrasse) mitten durchs obere Echaztal. Allerdings wurde der Bevölkerung und den politisch Handelnden von den Referenten und den zuständigen Experten klar gemacht, dass die Zeit wegen des Bundesverkehrswegeplans 2015 drängt.

Die Gemeinde Lichtenstein und die übergeordneten Behörden müssen jetzt einen gemeinsamen Trassenvorschlag auf den Weg in Richtung Stuttgart und Berlin bringen, um mit ihrem Albaufstieg zwischen Pfullingen-Süd und der Engstinger Alb oder der Sonnenbühler Alb prioritär berücksichtigt zu werden.

Dabei steht und fällt alles mit der Überzeugungskraft und den Argumenten, die die Antragssteller vorbringen werden. "Es muss sauber aufbereitet werden, weshalb das Projekt wichtig ist", so Torsten Novinsky vom Büro Langenbach. Und einen Trumpf habe man sehr wohl in der Hand, da sind sich die Beteiligten einig. Landrat Thomas Reumann verwies erneut darauf: "Lichtenstein liegt auf der Haupt-Landesentwicklungsachse!"

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Unterwegs in ein neues ÖPNV-Zeitalter

Der Gemeinderat hat gestern Abend mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss für ein neues Stadtbuskonzept gefasst. Die Umsetzung soll im zweiten Halbjahr 2019 starten. weiter lesen