Platz schaffen für Polizei-Neubau

Auf dem Areal des ehemaligen Textiltechnikums tut sich was: Um Platz für die neue Führungszentrale des Polizeipräsidiums zu schaffen, wird jetzt das alte Lehrsaalgebäude an der Bismarckstraße abgerissen.

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Seit Montag läuft der Abriss des Technikumslehrgebäudes an der Bismarckstraße. Die Arbeiten wreden sich über mehrere Wochen hinziehen wegen der sorgfältigen Trennung der Materialien.  Foto: 

Zuletzt hatte die Polizei das alte Lehrsaalgebäude aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts nur noch für das realitätsnahe Einsatztraining genutzt, doch bis Jahresende war es komplett geräumt worden. Gleich zu Jahresbeginn war der Bagger angerückt, seit Montag nun wird der alte Komplex, der im Gegensatz zum eigentlichen Technikumsgebäude an der Kaiserstraße nicht denkmalgeschützt ist, systematisch zerlegt.

Dabei geht das Abbruch-Team recht sorgsam vor, gilt es doch nicht, den Bau einfach mit viel Getöse und der großen Eisenbirne komplett einzureißen. Es handelt sich vielmehr beinahe um einen Rückbau, schließlich werden zur Entsorgung und Verwertung die Materialien fein säuberlich getrennt nach schredderbarem Schutt, Holz und Metallanteilen.

Der Bau wurde zudem von Gutachtern auf Altlasten untersucht, berichtete Bernd Selbmann, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Tübingen, das das Projekt betreut. 580 Quadratmeter Stabholzparkett mit teerhaltigem Kleber, 250 Quadratmeter asbesthaltige Fußbodenbeläge sowie ein Berg Glaswolle aus der Dachdämmung wurden zuvor fachgerecht vom Abbruchunternehmen entsorgt. Solche Sorgfalt kostet Zeit und Geld, schont aber dafür die Nerven der Anlieger. Rund 150 000 Euro sind für den gesamten Abriss samt Entsorgung vorn rund 2500 Tonnen Bauschutt, 80 Tonnen Holz und fünf Tonnen Metall einkalkuliert.

Wenn das Grundstück Bismarckstraße 62 dann bis voraussichtlich anfang März abgeräumt ist, kann möglicherweise noch in diesem Jahr mit dem Neubau begonnen werden. Der soll auf drei Obergeschossen mit 1750 Quadratmetern Nutzfläche ab 2017 die Leitungsebene des Polizeipräsidiums Reutlingen samt Führungs- und Einsatzstab, die größere Pressestelle sowie das Führungs- und Lagezentrum (FLZ) als Schaltzentrale mit hochmoderner Technik für die Landkreise Reutlingen, Tübingen und Esslingen beherbergen.

Die dadurch anschließend frei werdenden Räume in der Kaiserstraße 99 übernimmt dann die Polizeiverwaltung, derzeit noch übergangsweise im Tübinger Polizeihochhaus der ehemaligen Landespolizeidirektion auf den Mühlbachäckern untergebracht.

Elf Millionen Euro wird der rund 20 mal 50 Meter große Neubau mit der Schmalseite zur Bismarckstraße hin das Land als Bauherrn kosten. Die Stadt als Genehmigungsbehörde gab bereits grünes Licht für die Pläne auf der Basis des alten Planungsrechts, ein Bebauungsplan ist dabei nicht erforderlich.

Für den neuen Komplex, der sich bis auf Höhe des bestehenden Sheddachbaus erstrecken wird, muss die bislang als Parkplatz genutzte Freifläche neu strukturiert werden, weil sie künftig deutlich kleiner ausfallen wird. Eine Tiefgarage ist hingegen nicht geplant.

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