PERSONALIE · Dritter deutscher Astronaut in Pension

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Weltraum-Pionier im Ruhestand: Prof. Ernst Messerschmid. Foto: PR

Prof. Ernst Messerschmid in den Ruhestand verabschiedet

Gestern wurde Prof. Ernst Messerschmid bei einem Kolloquium im Raumfahrtzentrum Baden-Württemberg (RZBW) feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Der breiten Öffentlichkeit wurde der ehemalige Direktor des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart im Jahr 1985 als Astronaut im Space-Shuttle Challenger bekannt. Festredner der Veranstaltung, zu der zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Raumfahrtindustrie gekommen waren, war Dr. Thomas Reiter, ESA-Astronaut und Leiter des ESA-Direktorats Raumfahrt und Missionsbetrieb in Darmstadt mit einem Vortrag zum Thema "Perspektiven der astronautischen Raumfahrt".

Im Vorfeld der Verabschiedung würdigte der amtierende IRS-Leiter Prof. Hans-Peter Röser die Leistungen von Ernst Messerschmid: "Als dritter deutscher Astronaut, als Leiter des Europäischen Astronautenzentrums und als Professor an der Universität Stuttgart sowie durch seine Tätigkeit in vielen Gremien hat Ernst Messerschmid die internationale Raumfahrt sehr geprägt. Als Lehrer und Forscher hat er durch seinen Entdeckerdrang und seine Neugierde insbesondere die Jugend fasziniert und inspiriert. Die Raumfahrttechnik hat durch seine Forschungsaktivitäten an der Universität Stuttgart stetig neue Impulse erhalten und damit den heutigen technischen Stand mit internationaler Reputation mitgeprägt."

Universitätsrektor Prof. Wolfram Ressel, der die Gäste der feierlichen Verabschiedung begrüßte, unterstrich die große Popularität des Wissenschaftsastronauten: "Prof. Ernst Messerschmid hat den internationalen Ruf der Raumfahrtforschung an der Universität Stuttgart in besonderem Maße beeinflusst. Durch seine Leistungen als Wissenschaftler und als Botschafter der Raumfahrt hat er einen wichtigen Beitrag zur Reputation der Universität Stuttgart in der Öffentlichkeit geleistet."

Ernst Messerschmid, geb. am 21. Mai 1945 in Reutlingen, ist seit November 1986 Professor an der Universität Stuttgart. Nach dem Studium der Physik in den Jahren 1967 bis 1971 an den Universitäten Tübingen und Bonn begann Messerschmid seine akademische Laufbahn 1972 am CERN in Genf.

Von 1975 bis 1976 arbeitete er am Brookhaven National Laboratory in New York und an der Universität Freiburg, wo er 1976 auch promovierte.

1977 war er am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg tätig. Von 1978 bis 1982 war Messerschmid als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Nachrichtentechnik bei der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) in Oberpfaffenhofen beschäftigt.

1983 wechselte Messerschmid als Wissenschaftsastronaut zur DFVLR nach Köln-Porz. Am 30. Oktober 1985 startete er zusammen mit Reinhard Furrer und dem niederländischen ESA-Astronauten Wubbo Ockels sowie fünf amerikanischen Astronauten mit dem Space-Shuttle Challenger zum siebentägigen Flug der D1-Spacelab Mission (Flug STS-61-A).

Im November 1986 wurde Messerschmid zum ordentlichen Professor und Direktor des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart berufen. Er leitete das Institut bis 1999 und übernahm die Funktionen eines Prodekans und Dekans der Fakultät Luft- und Raumfahrttechnik. Seinen universitären Höhepunkt erlebte Messerschmid 1996 mit der Wahl zum Prorektor für Forschung und Technologie sowie zum Vorsitzenden des Senatsausschusses für Forschung. Beide Ämter übte er bis 1998 aus. Danach übernahm er für zwei Jahre die technische Geschäftsführung der Technologie-Transfer-Initiative (TTI) GmbH, einer Einrichtung zur Unterstützung von Existenzgründern aus der Universität Stuttgart.

Von 2000 bis 2004, von der Universität beurlaubt, leitete Ernst Messerschmid das Europäische Astronautenzentrum der ESA in Köln-Porz.

Im Januar 2005 kehrte er an das Institut für Raumfahrtsysteme an die Universität Stuttgart zurück, wo er den Lehrstuhl für Astronautik und Raumstationen übernahm.

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