Ortsentwicklung im Blick

Eningens amtierender Bürgermeister Alexander Schweizer eröffnete beim Neujahrsempfang den Wahlkampf: Er tritt wieder an. Mit Karl Rall ehrte er einen Eninger Tüftler, der für kurze Zeit Weltruf genoss.

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Für Höchstleistungen in der Leichtathletik erhielten Dr. Joachim Sabieraj (von links), Selene Wüsteney und Franziska Brauße bei der Sportlerehrung von Bürgermeister Alexander Schweizer Auszeichnungen der Ehrungsstufe 1 (bisher Gold).  Foto: 

Die Verleihung der Bürgermedaille ist in Eningen eine Ehre, die bisher nur Franz-Georg Brustgi, Dieter Baumann, Jean-Paul Gysin und Reinhold Rall zuteil wurde. Im Alter von 92 Jahren erhielt am Sonntag Karl Rall die besondere Auszeichnung seiner Heimatgemeinde für die Erfindung der ersten künstlichen Heim-Niere in den Sechzigerjahren (siehe gesonderten Bericht).

Die Auszeichnung verdienter Sportler im Rahmen des Neujahrs-Empfangs steht für Eningen auch im Zusammenhang mit der Zertifizierung zur "Gesunden Gemeinde". Für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement wurden zwei Eninger Persönlichkeiten ausgezeichnet, die das Gemeinschaftsleben seit vielen Jahren prägen: Übungsleiterin Brigitte Werz ist außer bei "Sport nach Krebs" an vielen Bewegungsangeboten im Ort maßgeblich beteiligt. Sie hat die Initiative "Freibad-Freunde Eningen" gegründet und ist als Gemeinderätin in unzähligen Ausschüssen aktiv. Die Aufforderung des Bürgermeisters an die örtlichen Vereine, sich am Konzept der Eninger Ganztagsschule aktiv zu beteiligen, konterte sie mit dem direkten Angebot einer Sport-AG.

Harald Fügen wurde vom Lichtensteingau im Schwäbischen Albverein für eine Auszeichnung vorgeschlagen. "Zurückhaltend, diplomatisch und als Rechengenie" wurde Fügen beschrieben. Legendär sind seine seit vielen Jahren in Reimform vorgetragenen Kassenberichte für viele örtlichen Vereine. Harald Fügen bekleidet verantwortliche Positionen auf verschiedenen Ebenen beim Schwäbischen Albverein, beim Eninger Heimat- und Geschichtsverein und beim Paul-Jauch-Freundeskreis.

Ganz besonders begrüßte Eningens Bürgermeister Alexander Schweizer zum Neujahrsempfang Vertreter der 865 im vergangenen Jahr zugezogenen Neubürger, neu Eingebürgerte und die im Hintergrund krähende Maral als eine von 83 Neugeborenen.

"Was ist wichtiger als optimale Startchancen für unsere Kinder", betonte Schweizer bei seinem Ritt über die Jahres-Baustellen. Mehr als sechs Millionen Euro Investitionen in die Gebäudesubstanz der Achalmschule seien gerechtfertigt. Die steigende Nachfrage nach einer Ganztagesbetreuung bedinge den Aus- und Umbau der gemeindeeigenen Einrichtungen. Trotz Großprojekten wie der Günther-Zeller-Halle, der Sporthalle im Arbachtal, der Sanierung der Feuerwehr oder den anstehenden Investitionen ins Waldfreibad sei im vergangenen Jahr "vernünftig und solide" gewirtschaftet worden. Schweizer: "Die Verschuldung des Gemeindehaushalts konnte auf null zurück gefahren werden, Rücklagen wurden angesammelt."

Applaus gab es für die Ankündigung, bei der Straßenbeleuchtung die Nacht-Verdunklung abzuschaffen. "Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit" habe in Eningen keinen Nährboden, betonte der Bürgermeister und lobte das Engagement des Arbeitskreises Asyl: "Eningen sollte sich bemühen, weiter Vorbild bei der Integration zu sein". Auch dafür gab es Beifall. Ein drängendes Problem für Eningen sei die Verkehrsbelastung, nicht nur entlang der Ortsdurchfahrt. Die Umweltzone alleine werde bei der Verbesserung der Luftqualität keine spürbare Erleichterung bringen. Schweizer: "Wir rufen nach Entlastung vom Verkehr und nach der Sanierung der St. Johanner Steige. Es kann nicht sein, dass wir der Region beim Bau des Scheibengipfeltunnels mit Deponie-Kapazitäten aus der Patsche helfen und dann im Regen stehen". Schweizer forderte die Unterstützung der anwesenden Abgeordneten ein beim Projekt "durchgehend 30 auf der Ortsdurchfahrt" und einem Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen.

Als nächstes will der Eninger Schultes einen umfassenden Ortsentwicklungsplan diskutieren: "Die Richtung, wo es die nächsten gut 20 Jahre hingeht, ist entscheidend". Dabei will Schweizer die Gemeinde "mit Weitblick nach vorne bringen" nach dem Motto "Bewährtes erhalten - Zukunft gestalten".

Der Slogan seines letzten Wahlkampfs und der der erneuten Kandidatur als Bürgermeister für Eningen in diesem Sommer.

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