Orgelsommer: Torsten Wille spielt „Bach im 19. Jahrhundert“

Am Samstag, 13. August, 20 Uhr, stimmt Torsten Wille an „seiner“ Rieger-Orgel Werke von Robert Schumann, Henri Casadesus und Max Reger an.

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Marienkirchenkantor Torsten Wille spielt Werke von Schumann, Casadesus und Reger.  Foto: 

Die Wiederentdeckung der Musik von Johann Sebastian Bach hatte maßgeblichen Einfluss auf fast alle Komponisten des späten 19. Jahrhunderts: Man gewann zahlreiche Ideen, indem man das barocke Vorbild in die romantischen Kompositionen einfließen ließ. So gewann Bach mehr Bedeutung als zu seinen Lebzeiten, und viele Komponisten setzten ihm mit Vertonung des Motivs „B-A-C-H“ ein Denkmal, insbesondere an der Orgel.

Die sechs Fugen über B-A-C-H von Robert Schumann sind das erste großangelegte Werk dieser Art. Jeder Satz ist in der Bachschen Form der Fuge gehalten, doch jede Fuge hat ihren eigenen Charakter, und so entsteht ein einzigartiger symphonischer Fugenzyklus. Es folgt ein Concerto in c-moll „im Stile von Johann Christian Bach“ des französischen Komponisten Henri Casadesus. Entstanden in der Frühzeit der Bachentdeckung in Paris zeigt dieses Werk, wie sich ein Romantiker damals Bach vorgestellt hat.

Zum Schluss des Konzertes erklingt die große Fantasie und Fuge über B-A-C-H zu Ehren des 100. Todesjahres von Max Reger. Diese Fantasie ist in manchen Bereichen durchaus von Schumann inspiriert, so zum Beispiel die große Crescendo-Fuge am Schluss, geht aber harmonisch und organistisch viel weiter. Ein gigantisches Werk, das die Heroenverehrung Bachs Anfang des 20. Jahrhunderts sehr eindrucksvoll wiedergibt.

Die 1988 eingebaute erstklassige Rieger-Orgel ist der Grund für den Reutlinger Orgelsommer, der 1990 ins Leben gerufen wurde. Mit diesem großartigen Instrument waren beste Voraussetzungen geschaffen für die Installierung einer Orgelreihe.

Torsten Wille ist seit September 2014 Kantor der Marienkirche Reutlingen und künstlerischer Leiter des Reutlinger Orgelsommers. Zuvor war er über zehn Jahre Bezirkskantor in Ludwigshafen und unterrichtete von 2001 bis 2004 Orgel und Improvisation an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Wille ist auch als Komponist erfolgreich. Seine Kinderoper „Mio, mein Mio“ nach Astrid Lindgren wurde am 14. November 1999 an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt und sein „Kleines Requiem“ in der Berliner Philharmonie. Es gewann den Sonderpreis des Europa-Festivals Hannover. Neben dem klassischen Orgelliteraturspiel pflegt er auch die Kunst der Improvisation, insbesondere die Begleitung von Stummfilmen.

Info Karten sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Auskunft und Kartenreservierungen: Stadt Reutlingen, Kulturamt, ? (0 71 21) 3 03 28 34 oder per E-Mail an kult.veranstaltungen@reutlingen.de.

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