Offene Worte im Zeichen des Herzens und der Liebe

Der erste "Gottesdienst für Verliebte" an Valentin in der Andreaskirche fand Zuspruch. Trotz der Konkurrenz durch die Fasnet nahmen sich 40 Menschen Zeit, sich mit ihrer Beziehung und der Liebe zu beschäftigen.

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Die Andreaskirche ganz im Zeichen des Herzens beim ersten Valentins-Gottesdienst für Liebende.  Foto: 

Der Taufstein war mit einem Blumenkranz und einer Herzkarte geschmückt, auf dem Boden weiße Kerzen und rote Herzen, für jeden Besucher gab es beim Sektempfang selbst gebackene Kekse in Herzform und rote Herzen aus Fimo. Während des Gottesdienstes durften die Paare am Altar Schwimmkerzen in Herzform entzünden und sich anschließend an den Gottesdienst im Altarraum persönlich segnen lassen.

Von Beginn an war die Herzlichkeit zu spüren, mit der die Besucher empfangen wurden. Der einladende Pfarrer Johannes Eißler zitierte das Hohelied der Liebe und nahm in seiner Ansprache kein Blatt vor den Mund. Lebenspraktisch waren seine Ausführungen. Er empfahl den Paaren, einen ehrlichen Umgang mit den Fragen von Liebe, Sehnsucht und Sexualität. Dazu gehöre, ein positives "Ja" zur Sexualität zu finden und "das Schlafzimmer nicht zu einer Wüste" werden zu lassen. Da sei viel Kreativität gefragt. Sich Zeit zu nehmen füreinander und sich nicht aus Frust in eine neue Beziehung zu flüchten, die Qualität der Liebe nicht an Höhepunkten zu messen und mindestens fünfmal so oft zu loben als zu tadeln gehören für ihn ebenso dazu wie die Bitte um den Segen Gottes, "den Garanten des Lebens".

Dazu lud Eißler im Anschluss an den Gottesdienst alle Paare ein. Ausdrücklich auch diejenigen, für die es sonst keine kirchlichen Segenshandlungen gibt, wie eingetragene Partnerschaften, Paare ohne Trauschein oder nicht-christliche Beziehungen. "Ich habe schon oft erfahren, dass Menschen durch den persönlich zugesprochenen Segen offen werden für Glaubensfragen und sich Biografien verändern können", so der Seelsorger, der auch als Mitentwickler der Thomas-Messe bereits kirchenferne Menschen im Blick hatte. Auch Menschen, deren Beziehung zerbrochen ist, fanden sich in den Texten und Gebeten wieder. Dort hatten auch weitere seelsorgerliche Fragen ihren Raum.

Und diese Art kam bei den Besuchern an. "Es ist ein schöner Brauch, die Liebe so in den Blick zu nehmen", empfanden es Hans-Peter und Christine Wolf. Sie haben in den 43 Jahren ihrer Ehe ihren Glauben an Gott mit hineingenommen, "das hat uns geholfen". Für Klaus Sautter aus Oferdingen gilt auch nach 55 Jahren, dass er nicht alles falsch gemacht habe, auch wenn nicht alles gelungen sei. Er sei stolz, immer noch verliebt zu sein. "Auch wenn sich natürlich die Art der Beziehung verändert hat." Sophie und Steven Todd hat's gut gefallen, weil es "praktisch und lebensnah war". Sie sind erst ein halbes Jahr verheiratet. Ermutigung und gute Gedanken für ihren weiteren Lebensweg nehmen Gitta Buschbaum und Frank Fetzer aus Reutlingen nach 18 Jahren Ehe mit. Dagmar und Thilo Binder waren eigens aus Pliezhausen angereist, "weil es bei uns so etwas nicht gibt".

"Diese Art von Gottesdienst wäre in den vergangenen Jahren so nicht möglich gewesen", freute sich Peter Hermann, der mit seiner Frau Christel, Joel Büttner und Anna Reymann für die musikalische Begleitung sorgte. In den kommenden Jahren soll dieser Gottesdienst zu einer regelmäßigen Einrichtung in der Achalmgemeinde werden. Dann soll ein Team die Inhalte erarbeiten.

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