Oberamteistraße: SPD lädt ein zur Diskussion

Die SPD lädt am Freitag, 27. November, 19 Uhr, ins franz.K ein zu einem Informations- und Diskussionsabend. Thema ist die Häuserzeile Oberamteistraße.

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Der Hilferuf des Geschichtsvereins nach der Rettung der mittelalterlichen Häuserzeile in der Oberamteistraße scheint in der Öffentlichkeit ungehört verhallt zu sein, heißt es in einer Mitteilung. Die Zeit drängt jedoch, ein Einsturz der Gebäude droht. Um in der Sache neuen Antrieb zu geben, veranstaltet der SPD-Ortsverein mit der Gemeinderatsfraktion am 27. November, im franz.K einen Informations- und Diskussionsabend. Als Gäste beteiligen sich Vertreter des Geschichtsvereins, des Altstadt-Freundeskreises und der Frauen-Geschichtswerkstatt.

Die SPD plädiert für den Erhalt der alten Häuserzeile im Rahmen einer Nutzung als öffentliches Museum. Bei dem kulturpolitischen Abend wird der aktuelle Stand der Konzeption für eine Erweiterung des Museums vorgestellt und auf den Prüfstand gestellt. Die Sozialdemokraten fordern alle Einwohner dazu auf, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. "Schließlich handelt es sich hier um die kulturellen Schätze der Stadt, die der gesamten Bürgerschaft gehören", so Dr. Boris Niclas-Tölle, Vorsitzender des SPD Ortsvereins.

Bereits seit den 1980er Jahren hat die Stadt eine Erweiterung des Museums geplant und dieses Vorhaben mehrfach bekräftigt. Überraschend strich dann aber der Gemeinderat 2014 im Rahmen der Haushaltsverhandlungen die Gelder für die bereits weit fortgeschrittene Planung. Heftige Kritik aus der Kulturszene riefen dann in diesem Jahr Pläne der Verwaltung hervor, die Gebäude an einen Investor zur Wohnbebauung zu veräußern. Bei einer Veranstaltung im Juli machte der Geschichtsverein auf den enormen Wert der Bausubstanz aufmerksam: Neue Untersuchungen belegen, dass einige der Räume in der ohnehin bereits denkmalgeschützten Häuserzeile tatsächlich bis auf das 14. Jahrhundert zurückgehen. Erst kürzlich bewilligte das Finanz- und Wirtschaftsministerium des Landes daraufhin über 16 000 Euro, um weitere bauhistorische Untersuchungen zu ermöglichen. Mit dem Verkauf an einen Investor wäre dieses Geld verloren, schließlich könnte wahrscheinlich nicht einmal der Erhalt als Ensemble im Rahmen des Denkmalschutzes gesichert werden. Fachpublikationen wie die "Schwäbische Heimat" kritisieren deshalb, in Reutlingen drohe "das Familiensilber verkauft" zu werden.

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