Nur VÖ anstatt GT - Ortschaftsrat zeigt sich empört

Dass es im neuen Kinderhaus keine Ganztagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren geben soll, brachte am Montagabend den Bezirksgemeinderat auf.

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Empört zeigten sich die Mittelstädter Ortschaftsratsmitglieder gleich zu Beginn des Besuchs von Kathrin Büttner am Montagabend: Und zwar genau dann, als die städtische Bezirksleiterin für die Kinderbetreuung bekanntgab, dass sich die Öffnung des neuen Kinderhauses im Strängel um einen Monat verschiebe. Die Bauübergabe erfolge vier Wochen später als bislang geplant am 7. April, weil es bis zum 5. Mai nicht möglich sei, das neue Gebäude komplett auszustatten, so Büttner. Die offizielle Inbetriebnahme des Kinderhauses müsse deshalb auf den 2. Juni verschoben werden. Bis dahin soll Anja Bader als Leiterin der neuen Einrichtung alles Organisatorische erledigt haben - wozu nicht nur die Ausstattung des Hauses etwa mit Möbeln gehöre, sondern auch die Auswahl der künftigen Erzieherinnen.

Ziel sei es nun, den Eltern, die ihre Kinder bereits angemeldet haben, für Mitte oder Ende April die ersten Zusagen zu erteilen, so Büttner. Das für den Betrieb des Gebäudes eingeplante Personal belaufe sich auf eine Stärke von exakt 5,0877 Stellen. Und die vom Mittelstädter Ortschaftsrat immer gewünschte Ganztagesbetreuung von Kindern unter drei Jahren? Die sei laut Büttner nicht vorgesehen. Zunächst nicht. Sollte sich der Bedarf aber abzeichnen, könne ja gegengesteuert werden - sofern der Reutlinger Gemeinderat zustimme und die Finanzmittel dafür vorhanden seien, sagte die Fachfrau.

Ob denn die Gebäudestruktur überhaupt eine Ganztagesbetreuung von U3-Kindern zulasse, wollte Ute Lang wissen. Das könne sie jetzt nicht sagen, entgegnete Kathrin Büttner, sie sei ja keine Fachfrau für die baulichen Dinge. "Sollte das Haus tatsächlich nicht für die U3-Ganztagesbetreuung geeignet sein, wäre ich geschockt", betonte Lang daraufhin. "Ich kenne den Diskussionsstand nicht, dass Sie von einer Ganztagesbetreuung im U3-Bereich ausgegangen sind", zeigte sich Büttner ihrerseits verblüfft und regelrecht in die Ecke gedrängt. "Das geht ja nicht gegen Sie persönlich", sagte Bezirksbürgermeister Wilhelm Haug. "Aber in dieser Form wurde uns das bisher nicht mitgeteilt, wir sind überrascht."

Ganz so überrascht dürften die Mittelstädter aber nicht gewesen sein, schließlich war doch spätestens seit der letzten Ortschaftsratssitzung klar, dass die Ganztagesbetreuung für die ganz Kleinen zunächst nicht geplant ist. Das stand ja nach der Sitzung sogar so in der Zeitung. Dennoch sagte Dirk Glück am Montagabend: "Wir wurden mehrfach am Nasenring vorgeführt, das geht einfach nicht, dass hier Dinge versprochen und dann nicht eingehalten werden."

Sowohl Glück wie auch Wilhelm Haug äußerten den Wunsch, dass geprüft werde, ob die U3-Ganztagesbetreuung im neuen Kinderhaus "technisch möglich" sei. Klar sei doch bei alledem, dass "wir nicht wollen, dass unsere Kinder nach Reicheneck abwandern müssen, weil es bei uns dieses Angebot nicht gibt", betonte Ernst Braun.

Der Bedarf sei da, betonte Wilhelm Haug mehrfach. Das habe sich aus dem privaten Kinderbetreuungs-Träger in Mittelstadt, dem "Kinder-Reich", heraus gezeigt und sei auch logisch, denn: "Wir sind eine Gemeinde im Reutlinger Nordraum, die sich nach Stuttgart hin orientiert", so der Ortsvorsteher. Es gebe Eltern im Ort, die ihre Kinder auf den Fildern auf dem Weg zur Arbeit abgeben, weil es für sie keine andere Möglichkeit gebe.

Wichtig sei auf jeden Fall, so Hans Knecht, die konkrete Nachfrage nach Ganztagesbetreuungsplätzen im U3-Bereich bei den Eltern abzufragen - das sei ja bisher nicht geschehen, denn: Bei den Anmeldungen wurde diese Möglichkeit gar nicht angeboten. Da gab es laut Büttner nur VÖ, also verlängerte Öffnungszeiten. Und nicht GT (Ganztagesbetreuung).

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