Noch viele Baustellen

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Es war zwar kein Bilderbuch-Start für die neue Verkehrsachse, aber immerhin einer, der für die Geschichtsbücher taugt. Der Scheibengipfeltunnel ist gestern feierlich in Betrieb genommen worden – und selbst die Wolken am Himmel haben es nicht geschafft, einen Schatten über das Großereignis zu legen.

Ein Jahrhundertprojekt wurde am Freitag seiner Bestimmung übergeben. Eine Hoffnungsträgerin ist sie, die Röhre, die der Innenstadt 20 000 Autos täglich abnehmen soll. Und nicht nur Reutlingen wird profitieren von der Ortsumgehung.

Auch die Eninger, die ihren Ort bereits vorauseilend mit Tempo 30 ausgestattet haben, werden künftig aufatmen können. Denn jetzt lohnt es sich definitiv nicht mehr, die Achalmgemeinde als Abkürzung zwischen Reutlingen und Metzingen zu nutzen.

Auf der B 28 wird’s eng

Doch so wichtig die neue Verkehrsachse für die Region ist: Sie birgt auch Nachteile. Am Nordportal, wo die Fahrzeuge nach Metzingen auf die B 28 aufgeleitet werden, dürfte es eng und das Verkehrsaufkommen in Richtung Stuttgart noch stärker werden. Aus Richtung Tübingen werden die Staus an der  Schieferstraße wohl noch heftiger und nervenzehrender, als sie es jetzt schon sind. Der Tunnel allein also kann nicht die Lösung sein.

Am Nordportal ist eine Fortsetzung, wie sie die Dietwegtrasse bieten könnte, unverzichtbar. Nicht zu vergessen, dass auch am Südportal akuter Handlungsbedarf besteht. Zwar schließt sich auf Höhe Pfullingen der Ursulabergtunnel an: Dann aber kommt das Tempo-30-behaftete Lichtenstein, das ab der nächsten Woche wahrscheinlich eine noch größere Fahrzeuglast auffangen muss als bislang. Und das, obwohl der Stau hier schon jetzt ein täglich wiederkehrendes Schreckensgespenst ist.

Zukunftsmusik

Die Trassen-Fortsetzung am Nordportal und auch der Albaufstieg sind Zukunftsmusik, auch wenn sie es bis in die vordringlichen Planungen beim Bund geschafft haben. Wenn man bedenkt, dass die ersten Entwürfe für den Scheibengipfeltunnel aus dem Jahr 1967 stammen und die für den Ursulabergtunnel gar aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dann lässt sich ahnen, dass die Reutlinger und die Lichtensteiner noch lange festsitzen werden in Staus und Feinstaub. So groß die Feierlaune bei der Verkehrsfreigabe am Freitagnachmittag auch war: Es bleibt keine Zeit, sich auszuruhen. Dazu gibt es verkehrstechnisch noch viel zu viele Baustellen.

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