Neun Monate nach dem Hagelsturm

Am 28. Juli des vergangenen Jahres ist ein Hagelsturm über die Region gefegt und hat Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Ein Dreivierteljahr später baten wir Ewald Heinzelmann um eine Zwischenbilanz.

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Das provisorische Abdichten der beschädigten Dächer wurde zu einer der Hauptaufgaben der Feuerwehren in den Tagen nach dem großen Hagelsturm am 28. Juli 2013. Foto: Archiv

Der verheerende Hagelsturm, der fast auf den Tag genau vor neun Monaten zahllose Gebäude in der Region beschädigte, hat Zimmerleute, Dachdecker, Glaser, Rollladenbauer, Stuckateure und Maler, aber auch die Mitarbeiter in Kfz-Betrieben in den vergangenen Monaten vor riesige Herausforderungen gestellt und bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit gefordert.

Noch seien nicht alle Schäden des Unwetters beseitigt, das einen Gesamtschaden von rund 1,5 Milliarden Euro verursachte, stellt Ewald Heinzelmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Reutlingen, fest. Während die Reparaturen an Dächer und kaputten Fenstern weitgehend abgeschlossen seien, müssten noch viele Rollläden ausgetauscht und Fassaden hergerichtet werden.

"Wir kommen gut voran, wenn wir gutes Wetter haben", sagt Heinzelmann. Er geht dennoch davon aus, dass die Beseitigung aller Schäden wohl bis in den Herbst hinein dauern wird, obwohl das Handwerk ganz bewusst auch Hilfe von außerhalb angefordert hat. Wie auch die Vertreter der Innungen warnt Heinzelmann vor "unseriösen Anbietern, die ganze Straßen abklappern und dabei zum Teil in sehr aggressiver Weise auf die Kunden" zugingen. Sollten die Arbeiten nicht fachgerecht ausgeführt worden sein, könne, warnt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, die Behebung der Mängel schwierig werden. Dies könne einem Kunden bei einem Handwerker aus der Region so nicht passieren.

An der Beseitigung der Schäden an den Autos werde derzeit "mit Hochdruck gearbeitet" sagte Heinzelmann. Die Kfz-Betriebe seien noch bis in den Sommer/Frühherbst ausgelastet. Die massive Zahl an Schadensfällen habe dazu geführt, dass Spezialisten - unter anderem "Dellendrücker" - aus der Bundesrepublik und anderen europäischen Ländern hierher gekommen seien. Aufgrund der mangelnden Lackierkapazitäten wurden Autos in andere Bundesländer geschickt. Heinzelmann weiß auch von "Einzelfällen, wo Autos verschwunden sind".

Erschreckende Bilanz
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