Neues Duo in der Galluskirche

Am Sonntag predigt sie zum ersten Mal in der Galluskirche: Stefanie Bauspieß. Ihr Mann Martin hatte seine Premiere bereits - in der Erlöserkirche. Beide freuen sich auf ihre neue Gemeinde und die Menschen.

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Stefanie und Dr. Martin Bauspieß teilen sich eine Pfarrstelle. Am Sonntag predigt sie zum ersten Mal in der Galluskirche. Foto: Jürgen Herdin

Jobsharing innerhalb der Familie: Das Theologen-Ehepaar Dr. Martin Bauspieß (36) und seine Frau Stefanie (35) teilen sich die nach dem Weggang von Michael Keller frei gewordene Pfarrstelle im Bezirk Süd der evangelischen Kirchengemeinde Unterhausen-Honau.

Und dazu gehört neben der Galluskirche auch die Erlöserkirche in Unterhausen-Süd, wo Martin Bauspieß bereits einen Gottesdienst hielt. Auch wird das Duo in der Unterhausener Johanneskirche predigen, wo Thomas Henning die seelsorgerischen Geschicke und die Verwaltung leitet. Das Ehepaar Bauspieß hat zwei Kinder, den siebenjährigen Jonathan und Johanna (4).

Im klassischen Sinne ausgesucht haben sich Stefanie und Martin Bauspieß die Gemeinde nicht. Wenngleich ihnen die Nähe zu den Menschen in einer eher kleingliedrigen Struktur insgesamt sehr viel Freude bereiten. Dabei ist es jedoch der Oberkirchenrat, der nach dem Vikariat über die zunächst drei Jahre "unständige Zeit" der Pfarrer entscheidet. "Da kann man sich noch nicht selbst für einen bestimmten Ort bewerben", erläutert Martin Bauspieß die Regularien der evangelischen Landeskirche. Doch gleich nach dem ersten Augenschein und Gesprächen im September war beiden klar, das bekunden sie unisono: "Das ist die dörfliche Umgebung, die wir uns gewünscht haben".

Und der promovierte Theologe Martin Bauspieß ergänzt: "Tübingen ist so weit ja nicht entfernt". Denn den Kontakt zur Wissenschaft will der Kirchenmann (die Werke Lukas waren das Thema seiner Doktorarbeit) nicht aufgeben. Schreibt er doch weiterhin mit an theologisch-wissenschaftlicher Literatur. Das ist mit ein Grund, weshalb sich das Ehepaar nun die eine Stelle teilt.

Kennengelernt haben sich Stefanie, die aus NRW stammt, und der gebürtige Stuttgarter Martin beim Studium am Evangelischen Stift in Tübingen. Drei Semester verbrachten sie gemeinsam in Leipzig. Martin Bauspieß war insgesamt sechs Jahre lang Mitarbeiter von Prof. Christof Landmesser, dessen Schwerpunkte die Exegese des Neuen Testaments und die Forschungsgeschichte zur Rezeption der biblischen Texte sind.

Ihr Vikariat leisteten die beiden in zwei unterschiedlichen Gemeinden in Nürtingen, Stefanie Bauspieß war während ihres Studiums bereits in der Krankenhaus- und Gefängnis-Seelsorge tätig. Und wie bei vielen Theologen wollen - gerade im Württembergischen - die Leute oft wissen: Sind die Neuen nun Vertreter der "reinen Lehre", gar stramme Pietisten, oder wie gewichten sie ihre Verkündigung des Wortes Gottes? Aber eine solche Kategorisierung mögen die beiden überhaupt nicht. "Ich will keine Einordnung in Schubladen", sagt Martin Bauspieß, "außerdem müssen und wollen wir uns doch stets auch auf Diskussionen über den Glauben einlassen. Bei ihm werde beileibe nicht der "reine Katechismus" gepaukt.

Stefanie, die auch für den Schul- und den Konfirmanden-Unterricht zuständig ist, ergänzt: "Wir wollen und sollen doch gerade kritische Fragen zulassen." Es gelte, junge Leute zu gewinnen, "und für uns ist es eine große Herausforderung, dass sie danach auch dabei bleiben." Und gerade die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde im oberen Echaztal ist bekanntlich sehr stark.

"Gemeinsam auf dem Weg des Glaubens" aus dem Hebräerbrief passt da auch hervorragend zur Premiere von Stefanie Bauspieß am Sonntag in der Galluskirche.

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