Neue Wege mit dem schon mal Dagewesenen

Erstmals haben die Mode-Absolventinnen der Metzinger Gewerbeschule ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der neu ins Leben gerufenen Messe No.1 präsentiert - vor einer Fachjury im Audi Zentrum Reutlingen.

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Neben diesem rosaroten Knallbonbon marschierte auch sehr viel Tragbares den Laufsteg auf und ab. Foto: N. Wilmanns

Bereits vor dem eigentlichen Spektakel schreiten auffällige Gestalten im Dunst der Nebelmaschine an den Beratungstischen im Audi Zentrum Reutlingen vorbei. "Die Synergieeffekte liegen geradezu in der Luft", bemerkt Roland Kiesel, Schulleiter der Metzinger Gewerblichen Schule Metzingen im Hinblick auf die wohldesignten Fahrzeuge mit den vier Ringen.

Wenig später versammelte man sich vor dem Laufsteg und spätestens jetzt stieg der Adrenalinspiegel der Absolventinnen des Dreijährigen Berufskollegs Mode und Design auf Höchstniveau. Nicht nur, dass Verwandtschaft und Bekanntschaft angerückt wäre, es war gar eine Fachjury zugegen, die ihre drei Lieblingsabschlusskollektionen aussuchen und prämieren sollte.

Gisela Heusel vom Gastgeber, Jörg Hartmann von der Reutlinger Strickfirma Stoll und Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, Emanuel Seeburger von der Metzinger Firma Bazlen und Julia Pfalz von Boss Black haben am Jurytisch Platz genommen, außerdem Richard Gihr vom Bodelshausener Modeunternehmen Marc Cain und René Lang, Präsident des Verbands Deutscher Mode- und Textildesigner.

Jede Schülerin hat eine Kollektion mit 25 Entwürfen zeichnerisch und am PC umgesetzt und einen Entwurf für den Laufsteg realisiert. Ein wildes Potpourri aus den realisierten Entwürfen rauschte also unter tosendem Beifall über den Laufsteg. Die Besucher erlebten "keine reine Modenschau, sondern eher eine Kollektionspräsentation", so Schulleiter Kiesel. "Wir wollen neue Wege gehen", erklärt Barbara Spannagel, die an der Schule Modedesign und -illustration unterrichtet. Künftig solle die Abschlusspräsentation immer mit der Kontaktmesse stattfinden. Immerhin sei der Kontakt zur Industrie für die Schüler genauso wie für die Schule sehr wichtig.

Juror Richard Gihr war jedenfalls höchst zufrieden mit dem Abend und dem "qualitativ hohen Niveau" der Abschlussarbeiten, in welchen er entwickelbares Potential ausmachte. Auch René Lang war begeistert und sparte nicht an Lob: "Toll, dass es in diesem Alter schon möglich ist, solche Perfektion zu erreichen", so Lang. Großartige Innovation und Erfindergeist habe er nicht erwartet: "Neue Formen gibt es nicht", so Lang. "Es ist alles schon mal da gewesen und wir haben nunmal den menschlichen Körper als Basis." Letztlich, so Lang, sehe er die Aufgabe des Modemachers ganz nüchtern darin, eine gelungene Zusammensetzung von Komponenten, die aber längst nicht mehr neu sind, zu erzielen.

Dass das den Metzinger Modeschülern gelungen ist, davon ist Lang überzeugt: "Schulen mit Topleuten liegen auf dem gleichen Niveau wie das, was ich hier gesehen habe." Gute Nachrichten also für die Absolventinnen, die jetzt einen Arbeitsplatz in der Modebranche finden oder an einer Hochschule studieren können.

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